Stadtlexikon Darmstadt

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Buxbaum, August
Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Architekt
* 14.04.1876 Langen-Brombach
† 21.02.1960 Darmstadt
August Buxbaum studierte an der TH Darmstadt (TU Darmstadt) Architektur und legte 1898 seine Diplomprüfung ab. Anschließend arbeitete er in Berlin, Nürnberg und Worms und wurde 1904 in den Dienst der Stadt DA berufen. Dort arbeitete er seit 1906 als Leiter des städtischen Hochbauamts und wurde im gleichen Jahr zum Bauinspektor ernannt. Seit 1909 war er Stadtbaurat und prägte mit seiner Architektur nachhaltig das Stadtbild DAs. Anfänglich gehörte zu seinen wichtigsten Aufgaben der Bau von Schulen. So baute er zwischen 1909 und 1911 die Eleonorenschule und die Justus-Liebig-Schule, in den Jahren 1907/08 die Kyritzschule und 1911 die Pestalozzischule. Außerdem entwarf er das 1909 fertig gestellte Zentralbad und zwischen 1904 und 1914 den Erweiterungsbau für das Stadtkrankenhaus (Klinikum DA). 1908 wurde das Pädagog, 1911 bis 1914 und 1926/27 das Alte Rathaus und ebenfalls 1927 der Gasthof Zur Traube nach seinen Plänen umgebaut. Er war außerdem Bauleiter der von Joseph Maria Olbrich entworfenen Ausstellungshallen auf der Mathildenhöhe und entwarf den 1913/14 gebauten Waldfriedhof (Friedhöfe) mit Einsegnungshalle und Krematorium. Neben der praktischen Arbeit als Architekt, setzte sich Buxbaum für die Heimatforschung ein und wirkte zudem im Paulusviertel, im Komponistenviertel und in der Umgebung der Mathildenhöhe als Stadtplaner. 1918 wurde er zum Bürgermeister und Baudezernenten der Stadt DA ernannt und kümmerte sich vorrangig um den sozialen Wohnungsbau und die Stadtplanung. In den 1929er Jahren entstanden nach seinen Plänen die Häuserzeilen auf der Nordseite des Rhön- und Spessartrings und der Wohnblock Ecke Bessunger und Ludwigshöhstraße. Buxbaum sorgte außerdem dafür, dass der Herrngarten, der Orangeriegarten und der Prinz-Emil-Garten in den Besitz der Stadt kamen. 1930 trat er in den – nicht freiwilligen – Ruhestand und arbeitete seither als frei schaffender Architekt. Unter anderem war er am Bau der Hamburger Köhlbrandbrücke beteiligt. Nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligte sich Buxbaum am Wiederaufbau DAs (Kurt Jahn) und opponierte leidenschaftlich gegen die Meisterbauten, so wie er 50 Jahre zuvor gegen den Jugendstil opponiert hatte. Buxbaum erforschte nebenbei auch die Stadt- und Baugeschichte, sammelte Ansichten DAs und veröffentlichte 1929 Federzeichnungen unter dem Titel „Darmstadt und Umgebung“. Zu seinem 80. Geburtstag erhielt er die Silberne Verdienstplakette der Stadt DA, seine Grabstätte befindet sich auf dem Waldfriedhof in DA.

Lit.: Buxbaum, August: Darmstadt und Umgebung, Darmstadt 1929; Darmstädter Ehrengräber, Darmstadt 2016 (Darmstädter Schriften 105), S. 33-35.