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Heyd, Kurt
Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Journalist, Schriftsteller
* 20.03.1906 Darmstadt
† 30.06.1981 Darmstadt
Kurt Heyd wuchs als Sohn eines Ingenieurs zusammen mit sieben Geschwistern in der Freiligrathstraße 8 auf. Durch die Freundschaft seines Vaters mit Theodor Haubach und Carlo Mierendorff ab 1919 wurde schon bei dem 13-Jährigen die Begeisterung für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit geweckt. Durch das Elternhaus entwickelte er auch Freundschaften zu Carl Zuckmayer, Wilhelm Leuschner und Hans Schiebelhuth. Nach dem Abitur 1924 am Alten Realgymnasium folgte ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Frankfurt am Main, Hamburg und Berlin. Als Journalist begann Heyd 1931 beim Berliner „12-Uhr-Blatt“, 1934 wurde er Leiter der Berliner Redaktion der „Frankfurter Illustrierten“, 1939 ging er als Korrespondent in die Türkei, 1943 war er Redakteur bei der UFA in Berlin. 1945 war Heyd der erste Pressereferent der hessischen Regierung unter Ludwig Bergsträsser, danach freiberuflich für Zeitungen und Rundfunk tätig, ab 1954 stellvertretender Chefredakteur der Frankfurter „Abendpost/Nachtausgabe“.

Heyd fühlte sich zeitlebens seiner Heimatstadt eng verbunden. Er war Mitbegründer der Neuen Darmstädter Sezession und von 1949 bis 1953 deren Präsident, er war entscheidend beteiligt an der Begründung der Darmstädter Gespräche und gab 1946 die Anregung zur Neuschaffung des Georg-Büchner-Preises. Die Stadt DA ehrte Heyd 1962 mit der Verleihung der Johann-Heinrich-Merck-Ehrung. Seine beiden Jugendbücher, „Christophs Abenteuer in Australien“ (1934) und „Flegeljahre im Busch“ (1938) reflektieren die Erfahrungen seines Großvaters, der als Zwölfjähriger seine schon zuvor aus politischen Gründen nach Australien ausgewanderten Eltern sucht. Zu Heyds wichtigen Rundfunkarbeiten gehören die Hörspielbearbeitung von Ludwig Bergers „Historie aus dem Hessischen Herrscherhaus“ und 1950 die Einrichtung des „Prominenten-Datterich“ mit Alexander Bopp als Datterich, mit Kasimir Edschmid, Hans Wilhelm Eppelsheimer, Gerhard Roether, Karl Heinz Ruppel, Dolf Sternberger, Klaus Peter Witt, Hartmuth Pfeil und Ly von Schauroth als Frau Dummbach.