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Heyer, Wilhelm Jakob

Hofjägermeister, Forstmeister
* 19.07.1759 Biedenkopf
† 03.11.1815 Bessungen
13-jährig begann Wilhelm Jakob Heyer bei seinem Vater eine Forstlehre, die durch dessen jähen Tod (durch Wilderer) unterbrochen wurde. 1790 heiratete er in DA, wo er als Hofjäger angestellt war, Luise Sybille Wallot. 1795, inzwischen zum Oberförster aufgestiegen, gründete Heyer als Autodidakt eine anerkannte Forstliche Meisterschule auf dem Bessunger Forsthaus. Aus dieser Lehr- und Ausbildungsstätte sind viele bedeutende Forstleute und Hochschullehrer hervorgegangen. Heyer war ein prominentes Mitglied der Forstlichen Klassiker. Er besaß die Qualifikation eines hirschgerechten Jägers und eines holzgerechten Försters gleichermaßen, schrieb zwei Lehrbücher über Holzzucht und Winterbotanik. Er führte die Forsttaxation des größten Teils der großherzoglichen Waldungen katastermäßig durch, war anerkannt für seine vorbildliche, nachhaltige Waldbewirtschaftung und wurde als Mitglied der Societé der Forst- und Jagdkunde zu Dreißigacker berufen. Technisch entwickelte er eine neuartige Baumrodemaschine. Seine Söhne Carl Justus, Forstprofessor in Gießen, und Friedrich, Forstmeister in Reinheim, setzten die Tradition der Heyer’schen Forstdynastie fort. Wilhelm Jakob Heyer verstarb 67-jährig auf dem Bessunger Forsthaus.

Lit.: Allgemeine Deutsche Biographie. Hrsg. durch die historische Commission bei der Königlichen Akademie der Wissenschaften, Bd. 12, S. 368f.; Biographien bedeutender hessischer Forstleute, hrsg. von der Georg-Ludwig-Hartig-Stiftung, Wiesbaden 1990, S. 327-329.