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Neue Künstlerkolonie
Die beiden ersten Häuser der Künstlerkolonie auf der Rosenhöhe, 1955 errichtet: links das Haus von Kasimir Edschmid, rechts das von Gustav Rudolf Sellner, Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Im Park Rosenhöhe, gleich hinter dem Löwentor, befindet sich versteckt hinter Bäumen die Neue Künstlerkolonie. Sie wurde nur wenige hundert Meter entfernt von der Darmstädter Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe – ein halbes Jahrhundert später als diese – ins Leben gerufen. 1953 fand die symbolische Grundsteinlegung anlässlich der Gedenkfeier zum 85. Geburtstag von Großherzog Ernst Ludwig statt, dem Begründer der ersten Darmstädter Künstlerkolonie. Sein Sohn Prinz Ludwig von Hessen und bei Rhein wollte einen „Beitrag zur Überwindung der Nöte der geistig und künstlerisch Schaffenden“ leisten und stellte eine Fläche von 55.000 qm seines großherzoglichen Besitzes auf der Rosenhöhe zur Verfügung. Zusammen mit OB Ludwig Engel, dem Präsidenten des Bundes Deutscher Architekten Otto Bartning, dem Seniorchef der Firma Merck Karl Merck und den hessischen Ministern Heinrich Troeger und Ludwig Metzger gründete Prinz Ludwig den Verein Neue Künstlerkolonie e. V. Durch Finanzierungshilfen der Wiederaufbau GmbH (Kurt Jahn) und der Stadt DA entstanden seit 1954 sieben Bungalows mit Ateliers. Zu den Bewohnern gehörten u. a. die Schriftsteller Kasimir Edschmid, Georg Hensel, Karl Krolow, Heinrich Schirmbeck und die Schriftstellerin Gabriele Wohmann, die Intendanten Gustaf Rudolf Sellner und Gerhard F. Hering sowie der Bildhauer Wilhelm Loth. Literaten, Musiker und bildende Künstler haben hier bis heute die Möglichkeit, für eine geringe Miete zu wohnen und zu arbeiten.

Lit.: Kress, Sandra: Im Drang der heutigen Zeit braucht der geistige Mensch Ruhe. Zur Geschichte der Neuen Künstlerkolonie auf der Darmstädter Rosenhöhe. In: Denkmalpflege & Kulturgeschichte, Hrsg. Landesamt für Denkmalpflege Hessen, 4-2017, S. 2-9.