Stadtlexikon Darmstadt

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Hessische Spielgemeinschaft
Heinrich Rüthlein, „Pistole und Tabakspfeife“, Aufführung der Hessischen Spielgemeinschaft in der Stadthalle, Juli 1957, Foto: Walter Ludwig, Stadtarchiv Darmstadt

Eine ausgeprägt darmstädtische Besonderheit ist die Hessische Spielgemeinschaft, die 1925 unter Förderung des damaligen Generalintendanten Ernst Legal gegründet worden war. Von anderen Mundartbühnen im deutschsprachigen Raum unterscheidet sich die Hessische Spielgemeinschaft dadurch, dass sie von Anfang an in enger Beziehung zum Landes- bzw. Staatstheater steht, wo sie Teil des offiziellen Spielplans ist. Neben Laiendarstellern gehören auch Berufsschauspieler des Hauses zu den Mitwirkenden. Viele Stücke, die zur Aufführung kamen, wurden speziell für die Hessische Spielgemeinschaft geschrieben, andere, wie etwa Nestroys wienerische Posse „Einen Jux will er sich machen“ wurden in hessische Mundart übertragen. Aufgeführt wurden auch Carl Zuckmayers vom rheinhessischen Dialekt geprägten Komödien „Der fröhliche Weinberg“ und „Katharina Knie“. Doch das Stück, das die Darmstädter immer wieder sehen wollen und das daher zahlreiche Neuinszenierungen erlebte, ist Ernst Elias Niebergalls Posse „Datterich“. Die Eröffnungsvorstellung der Spielgemeinschaft 1925 wurde von Eduard Göbel inszeniert, ehemaliger Opernsänger am Hoftheater und langjähriger populärer Darsteller des Datterich. Die Neuinszenierung von 1975 mit Robert Stromberger als Spielleiter und Darsteller der Titelrolle stand mehr als hundertmal auf dem Spielplan des Staatstheaters.

Lit.: Seip, Fredi: 60 Jahre Hessische Spielgemeinschaft 1925 e. V., Darmstadt 1985, 90 Jahre Hessische Spielgemeinschaft 1925 e. V., Jubiläumsfestschrift und Dokumentation, Darmstadt 2015.