Die Hessische Landeszeitung wurde 1862 vom linksliberal gesinnten Carl Friedrich Julius Leske in Darmstadt gegründet. Am 27. Juni 1922 kam es aus Anlass einer Protestkundgebung nach der Ermordung Walther Rathenaus zu Ausschreitungen in Darmstadt. Die Redaktionsräume der Hessischen Landeszeitung und des „Darmstädter Täglichen Anzeigers“ wurden verwüstet. Angesichts der Ausschreitungen, aber auch aus wirtschaftlicher Not fusionierten die inzwischen deutschnational ausgerichtete Hessische Landeszeitung und der ebenfalls seit 1862 erscheinende „Tägliche Anzeiger“. Die gemeinsame Redaktion hatte ihren Sitz zunächst in der Waldstraße (heute Adelungstraße). Ende Dezember 1932 bezog die Zeitung erweiterte Räumlichkeiten in der Rheinstraße 22, dem früheren Sitz der in Konkurs gegangenen Darmstädter & Nationalbank (Banken), mit einem imposanten hohen Saal und dem charakteristischen Lichthof. Neben dem bürgerlich-liberalen „Darmstädter Tagblatt“ war die Hessische Landeszeitung eine der beiden großen Tageszeitungen in Darmstadt. Daneben erschienen der sozialdemokratische „Hessische Volksfreund“ und die regierungsamtliche „Darmstädter Zeitung“.
Obwohl sich die Hessische Landeszeitung früh den Ideen des Nationalsozialismus geöffnet hatte, wurde sie nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten enteignet und fortan zum offiziellen Organ der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei für den Gau Hessen-Nassau. Auf Anordnung des Reichsstatthalters und Gauleiters Jakob Sprenger musste die Darmstädter Zeitung zum 31. März 1935 ihr Erscheinen einstellen und die Hessische Landeszeitung wurde zum regierungsamtlichen „Hessischen Staatsanzeiger“ erhoben. Am 24.03.1945 erschien die letzte Ausgabe der Hessischen Landeszeitung, die sich noch im September 1944 in „Darmstädter Zeitung“ umbenannt hatte.