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Hessicher Automobil-Club (HAC)
Vereinsfahrt des HAC nach Höchst im Odenwald, 1926, Foto: Automobilhist. Archiv W. Schollenberger, Ober-Ramstadt

Am 20.11.1909 schlossen sich einige Darmstädter Kraftfahrzeugfreunde zusammen und gründeten den Hessischen Automobil-Club (HAC). Das Ziel des Clubs war, neben der Förderung des Automobilsports und Pflege der Kameradschaft, hauptsächlich die Interessensvertretung der Kraftfahrer. Ein wichtiger Aspekt war auch die Verkehrssicherheit. Ab 1910 wurden „Polizeifahrten“ veranstaltet, bei denen den Ordnungshütern im Rahmen von Überlandfahrten die Probleme der Automobilisten nahe gebracht wurden. Wie andere Automobil-Clubs stiftete der HAC Verkehrsschilder und stellte diese auf. Diese ab 1908 international gültigen „Warnungszeichen“ Straßenkreuzung, Bahnübergang, Straßenkurve und Bodenwelle, waren die Anfänge der Verkehrsbeschilderung. Auf Anregung und unter Leitung des HAC wurde 1925 die Hessische Verkehrswacht gegründet.

Der HAC, dem lokale Honoratioren wie Philipp Haas, Georg Goebel, Wilhelm Merck, Baron Freiherr von Oetinger, Erbgraf Alexander zu Erbach-Erbach oder auch Fritz von Opel angehörten, unterhielt ein eigenes Clubheim, welches in wechselnden Örtlichkeiten untergebracht war. Nach seiner Gründung war der HAC zunächst Mitglied der Deutsche Motorradfahrer-Vereinigung (DMV), dem Vorläufer des ADAC, schloss sich dann dem Wiesbadener Automobil Club (WAC) an und wurde unter dessen Patenschaft am 08.12.1913 in das Kartell der deutschen Automobil-Clubs, welches unter der Führung des Kaiserlichen Automobil Clubs (KAC) stand, aufgenommen (ab Dezember 1918 AvD). Die erste große vom HAC ausgerichtete Veranstaltung war 1912 eine Non-Stop-Fahrt in den Schwarzwald. Seinen Höhepunkt erlebte der Club (ab 1922 e.V.) in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Große Bekanntheit erlangte der HAC durch die in den 1920er Jahren gemeinsam mit dem Wiesbadener und Frankfurter Automobilclub organisierten Rennen auf der Opelbahn in Rüsselsheim. Dazu kamen noch Veranstaltungen wie die „Süddeutsche Zuverlässigkeitsfahrt“, das „AvD Taunusrennen“, das „Krähbergrennen“ oder das „Flach- und Bergrennen an der Bergstraße“.

Die Präsidenten des Clubs waren bis 1934: 1909 bis 1924 Emil Zimmer (der „Benzinassessor“, auch Vorstand der Fahrzeug Fabrik AG), 1925 und 1926 Friedrich Carl Pfeiffer, 1927 bis 1931 Erbgraf Alexander zu Erbach-Erbach, 1932 Hermann Kahlert, 1933 und 1934 Wilhelm Merck. Im Zuge der nationalsozialistischen Gleichschaltung erzwungen, beschloss die Jahreshauptversammlung 1934 die Überführung des HAC in den DDAC. Die Mitglieder des Clubs hielten in Form eines Stammtischs über die NS-Zeit Kontakt. Diese Gruppe bildete auch 1945 die Keimzelle für eine Neugründung, jetzt als Ortsgruppe des ADAC. Der Club macht es sich bis heute zur Aufgabe die Motortouristik sowie Sport und Geselligkeit zu Pflegen und die Interessen der Auto fahrenden Bürger im Raum DA zu vertreten. Die Präsidenten des Clubs nach dem Zweiten Weltkrieg waren: 1948 bis 1950 Ludwig Nungesser, 1950 und 1951 Heinrich Hahn, 1951 und 1952 Erhard Zapf, 1952 bis 1955 Maximilian Kienzle, 1955 bis 1969 Emanuel Merck, 1969 bis 1979 Peter Merck, 1979 bis 1998 Heinrich Röder und 1998 bis heute Manfred Dretzke.

Lit.: Hessischer Automobil-Club HAC e.V., Festschrift zum 50 jährigen Clubjubiläum, 1959; Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum des Hessischen Automobil-Clubs e.V. im ADAC, 2009; Schollenberger, Werner: Automobile in den 30er Jahren, Freiburg 2013.