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SCH

Schmitt, Otto
Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Kaufmännischer Angestellter, Politiker
* 11.08.1921 Würzburg
† 06.04.1995 Darmstadt
Otto Schmitt war leidenschaftlicher Heiner. 1945 kam er aus Würzburg in das zerstörte DA und fand hier nicht nur Arbeit, sondern auch eine Heimat. Schmitts berufliche Karriere begann als Hilfsarbeiter bei den Stadtwerken DA, der späteren Südhessischen Gas und Wasser AG (Entega). Seit 1947 war er hier im Betriebsrat tätig, seit 1960 leitete er die Personalabteilung. Er wurde Mitglied des Aufsichtsrats, stellvertretendes Vorstandsmitglied und schließlich Vorstandsmitglied. Aktiv engagierte sich Schmitt in zahlreichen Ämtern und Ehrenämtern: 1956 bis 1971 war er Stadtverordneter, 1954 bis 1970 Fraktionsvorsitzender der SPD und von 1964 bis 1971 Stadtverordnetenvorsteher. Mehr als 30 Jahre leitete er den Kreisverband des Roten Kreuzes. Der Dienst am Mitmenschen, vor allem die Altenpflege, war ihm ein besonderes Anliegen. 1967 bis 1982 war er Vorsitzender der Hessischen Spielgemeinschaft, seit 1982 deren Ehrenvorsitzender. In seine Zeit fallen über hundert erfolgreiche Datterich-Aufführungen, inszeniert von Robert Stromberger. Seit 1960 gehörte er dem Heimatverein Darmstädter Heiner an, von 1978 bis 1992 war er Heinerfestpräsident und seit 1993 Ehrenpräsident. Durch ihn wurde das Fest zu einem kulturellen Mittelpunkt der Region. Seinem Erfindungsreichtum und Witz haben die Darmstädter aber u. a. auch das Koch- und Schmunzelbuch „Supp’, Gemüs´ unn Fleisch“ (1985) zu verdanken. 1987 ließ er den 2000 Jahre alten Darmstädter „Spitz vom Weißen Turm“ (Archäologie in DA) in Bronze gießen und ein Jahr später die Grundsteinmedaille vom Glockenturm des Schlosses neu prägen. Die Stadt DA zeichnete Schmitt mit der Silbernen Verdienstplakette und der Freundschaftsplakette aus. 1982 erhielt er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.