Stadtlexikon Darmstadt

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Zamminer, Johannes Hieronymus

Geheimer Oberforstrat
* 29.03.1786 Kiliansberge bei Schotten
† 04.11.1856 Darmstadt
Nach Abschluss der Lateinschule 1801 trat Johannes Hieronymus Zamminer in Homberg/Ohm eine Forstlehre an. Im Jahr 1803 wurde er Geometergehilfe beim Ingenieur-Offizier Johann Heinrich Haas in DA und 1807 zum Forstgeometer der Provinz Starkenburg ernannt. 1818 stieg er zum Assessor im Oberforstkolleg auf, erhielt 1816 den Titel „Wirklicher Oberforstrat“ und 1837 „Geheimer Oberforstrat“. 1848 trat er 62-jährig krankheitsbedingt in den Ruhestand. Zamminer richtete das erste Forstvermessungsbüro in Deutschland ein, vermaß die Grenze zwischen den Großherzogtümern Frankfurt, Hessen und dem Departement Aschaffenburg. Als begnadeter Wegebauer und Neuorganisator des Forstwesens (1823) schuf er die bis 1848 bestehende Forstorganisation. Für den Darmstädter Wald (Waldgeschichte) war Zamminer ein besonderer Glücksfall, er hat sich um die Gestaltung des Waldes besonders verdient gemacht. Die damaligen Erholungsanlagen (Waldbrünnchen, Waldtempel) wurden 1845 in einer heute noch sehr berühmten „Karte der Waldungen um Darmstadt“ detailgetreu dargestellt. Die Karte wurde allen Teilnehmern der Verhandlungen süddeutscher Forstwirte geschenkt. Sie ist heute noch ein bedeutendes Zeitzeugnis für den Darmstädter Wald.

Lit.: Biographien bedeutender hessischer Forstleute, hrsg. von der Georg-Ludwig-Hartig-Stiftung, Wiesbaden 1990, S. 781-785.