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Weitz, Hans-Joachim
Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Dramaturg, Privatgelehrter
* 07.11.1904 Berlin
† 16.02.2001 Darmstadt
Nach dem Studium in Heidelberg und Berlin begann Hans-Joachim Weitz seine Theaterlaufbahn als Dramaturg in Düsseldorf, Köln, Basel, Zürich und am Hessischen Landestheater DA, wo er dreimal dramaturgisch tätig war: 1927/28 unter Chefdramaturg Paul Kornfeld, 1945/46 als Schauspieldirektor und 1961 bis 1964 in der Intendanz von Gerhard F. Hering als Mitglied des künstlerischen Beirats im Landestheater in der Orangerie. Die Universität Freiburg ernannte Weitz 1967 zum Ehrendoktor, die Dramaturgische Gesellschaft 1978 zum Ehrenvorsitzenden und das Land Nordrhein-Westfalen 1988 zum Professor ehrenhalber. Seit 1976 war er Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in DA. Seine wissenschaftlichen Arbeiten galten besonders der Goetheforschung und -edition. Er veröffentlichte u. a. „Goethe über die Deutschen“ (3. Aufl. 1982), eine kommentierte Ausgabe des „Westöstlichen Divans“ (1974), den Briefwechsel Goethe-Willemer (1965) und als Mitherausgeber die sechsbändige Goethe-Ausgabe des Insel-Verlags; ferner die Tagebücher von Sulpiz Boisserée (4 Bde., 1978-85). Beliebt waren seine Vorträge, die er bis ins hohe Alter hielt, und die er auch gern „Causerien“ nannte. Von der geplanten Vortragsreihe „Dreimal Dramaturg in Darmstadt“ kamen nur die beiden ersten Stationen zustande (1993 veröffentlicht in der „Blauen Reihe“ der Stadt DA, heute Darmstädter Dokumente).