Stadtlexikon Darmstadt

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Weitolshausen gen. Schrautenbach, Ludwig Balthasar Freiherr von

General
* 17.05.1654 unbekannt
† 17.12.1738 Darmstadt
Die reichsritterliche Familie
Weitolshausen stand seit der Reformationszeit in hessischen Diensten. Großvater Johann Balthasar († 1635) war Amtmann in Lichtenberg; Vater Georg Friedrich († 1685), landgräflicher Kammerjunker und Obristwachtmeister, erwarb im Tausch gegen ein Lehnsgut in Rodau das Hofgut Gundernhausen, dessen Kirche zur Familiengrablege wurde. Ludwig Balthasar begann seine Karriere als Offizier der Leibgarde zu Fuß, nahm als Kompaniechef 1688/90 unter Prinz Georg am Türkenfeldzug auf Morea teil und erhielt bei der Rückkehr von Landgraf Ernst Ludwig den Auftrag zum Ausbau der Leibgarde als Kern eines stehenden Heeres. Das 1691 errichtete Leibgarde-Regiment umfasste beim ersten Kriegseinsatz gegen Frankreich zwei Jahre später 13 Kompanien. Im Spanischen Erbfolgekrieg kommandierte der 1702 zum Generalmajor ernannte Weitolshausen bereits drei hessen-darmstädtische Regimenter. Seit 1711 Präsident des Kriegsratskollegs, zog sich Generalleutnant Weitolshausen 1720 aus dem aktiven Dienst zurück, blieb aber Chef des Regiments, das bis zu seinem Tod als „Schrautenbach’sches Regiment“ firmierte. Die während des Ersten Weltkriegs fertig gestellte Leibgarde-Kaserne in der Holzhofallee hieß ihm zu Ehren „Schrautenbach-Kaserne“ (Kasernen). Noch zum 200. Todestag 1938 legten Offiziere des Leibgarde-Regiments 115 am Grab in Gundernhausen Kränze nieder.

Lit.: Allgemeine Deutsche Biographie. Hrsg. durch die historische Commission bei der Königlichen Akademie der Wissenschaften, Bd. 54, 1908, S. 181-183.