Stadtlexikon Darmstadt

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Weigold, Friedrich

Hofgarteninspektor
* 11.01.1867 Darmstadt
19.02.1936 Berlin
Friedrich Weigold, Sohn des Darmstädter Schmiedemeisters Cornelius Weigold, besuchte die Schmit’zsche Privatschule und wurde nach seiner Schulzeit zunächst Schmied, um den väterlichen Betrieb zu übernehmen. Nach dem frühen Tod des Vaters und kurz darauf auch des Stiefvaters begann er 1883 eine Gärtnerlehre bei Hofgärtner Friedrich Göbel. Aufgrund seiner Begabung wurde er von Großherzog Ludwig IV. nach England geschickt, wo er 1888/89 in den Königlichen Gärten von Windsor beschäftigt wurde. 1890 schloss sich ein weiteres Ausbildungsjahr in Belgien an. 1891 nach DA zurückgekehrt, wurde Weigold im Neuen Palais-Garten als Hofgartenassistent angestellt. 1898 wurde er zum Hofgärtner, 1907 zum Hofgarteninspektor befördert, und kümmerte sich von nun an um alle großen Gärten DAs, vor allem um den Herrngarten, den Orangeriegarten und den Prinz-Emil-Garten. Gemeinsam mit dem städtischen Gartendirektor Hermann Stapel entwarf Weigold den Gesamtplan für die Gartenbauausstellung 1905 im Orangeriegarten. Nach dem Ende des Großherzogtums Hessen wurde Weigold 1919 als Gartenmeister in städtische Dienste übernommen und war für die Pflege von Herrngarten, Orangerie- und Prinz-Emil-Garten zuständig, die seit 1925 bzw. 1927 in städtischem Besitz waren. Weigold beschäftigte sich erfolgreich mit der Veredelung und Züchtung neuer Obstsorten und weiteren experimentellen Zuchtversuchen, beispielsweise der Anzucht von Yucca, um sie als Ersatz für Baumwolle einzusetzen. Außerdem arbeitete er lange Jahre im Vorstand des Gartenbauvereins.

Weigolds Sohn Friedrich Cornelius Weigold (1896-1956), den Darmstädtern bekannt als Dichter des Liedes zum ersten Heinerfest 1951 (Heinerlied), ergriff den Beruf des Vaters und zeichnete für die Planung der Darmstädter Gartenbauausstellung 1925 verantwortlich. 1928 wurde er nach Berlin berufen und übernahm dort die Leitung der ehemaligen Kaiserlichen Gärten (Babelsberger Schloss, Pfaueninsel). Vater und Sohn Weigold schwärmten gleichermaßen für die NS-Ideologie. Friedrich Cornelius (Mitglied von SA und NSDAP) polemisierte in den 1930er Jahren gegen die moderne Gartenarchitektur der Weimarer Republik und verunglimpfte ihre Vertreter als von jüdischem Gedankengut durchdrungen. Friedrich Weigold starb in Bessungen, Friedrich Cornelius Weigold in Malchen. Beide wurden auf dem Waldfriedhof in DA beigesetzt.