Stadtlexikon Darmstadt

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Jacobi, Gustav

Architekt
* 23.01.1855 Darmstadt
† 13.08.1902 Gießen
Wenig biografisches ist von Gustav Jacobi überliefert. Der Sohn eines Seifensieders wohnte zeitlebens im elterlichen Haus in der Bismarckstraße 56. Seine Bauten wurden, soweit die Urheberschaft überhaupt bekannt ist, 1944 zumeist zerstört. So auch Jacobis früheste nachweisliche Projekte, die Neurenaissance-Fassade des Schwabschen Geschäftshauses am Ernst-Ludwig-Platz von 1884 (heute Henschel), zwei herrschaftliche Villen für eine begüterte Darmstädter Klientel, wie das „Haus Kommerzienrat Keller“ in der Heinrichstraße 2 (1885) und das Palais für Prinz Wilhelm auf der Rosenhöhe (um 1891), von dem nur noch Pförtnerhäuschen und Tor erhalten sind. 1894 entstanden für die ev. Johannesgemeinde, deren Gemeindevertretung er angehörte, Pfarrhaus und Gemeindehaus in der Kahlertstraße 24 und 26 (Pfarrhaus erhalten). 1895 folgte die „Villa Roeder“ in der Rheinstraße 95 und 1898 die „Villa Wolfskehl“ in der Karlstraße 84, beide zerstört. Beim Bau der Russischen Kapelle (1897-99) übernahm Jacobi bis zu seiner Erkrankung für den St. Petersburger Architekten Louis Benois die örtliche Bauleitung. Jacobi starb im Alter von nur 47 Jahren in Gießen.