Stadtlexikon Darmstadt

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Johannesgemeinde, ev.

(Kahlertstraße 26) Die Johannesgemeinde entstand im Zuge der Erschließung des Johannesviertels als Ausgliederung aus der Stadtkirchengemeinde. Sie wurde am 01.04.1895 gegründet und erhielt mit der 1894 geweihten Johanneskirche ihr eigenes Gotteshaus. Ebenfalls 1894 entstanden in der Kahlertstraße Gemeindehaus und Pfarrhaus. Erster Pfarrer war Johannes Guyot. Mit dem Viertel wuchs auch die Zahl der Gemeindeglieder weiter an. In mehreren Bombenangriffen 1943/44 wurden Kirche, Gemeinde- und Pfarrhaus und weite Teile des Gemeindegebiets zerstört. Bei einem Bombeneinschlag auf das als Notpostamt genutzte Gemeindehaus starben am 19.09.1944 über 60 Menschen. Nach der Zerstörung von Kirche und Gemeindehaus fanden Gottesdienste und Konfirmationen in der Kapelle des Alten- und Pflegeheims Emilstraße statt. Bis 1949 waren das Gemeindehaus, bis 1952 die Kirche wieder aufgebaut. Bereits im August 1947 wurden die zum Einschmelzen abgenommenen, in Hamburg wieder aufgefundenen Kirchenglocken unter Anteilnahme der gesamten Bevölkerung nach DA zurückgeführt. Im November 1994 konnte die Johannesgemeinde ihr 100-jähriges Bestehen feiern.

Die Johannesgemeinde ist heute eine Darmstädter Innenstadtgemeinde mit ca. 2.700 Gemeindemitgliedern. Sie umfasst zwei Pfarrbezirke, ein Gemeindehaus und zwei Kindertagestätten. Schwerpunkte der Gemeindearbeit sind die Kinder- und Jugendarbeit, die Hauskreis- und Altenarbeit und die Kirchenmusik. 2011 hat die Gemeinde ein Leitbild unter dem Motto „Bei Gott und den Menschen zu Hause“ erarbeitet. Eine Besonderheit der theologischen Arbeit der Johannesgemeinde sind die sich regelmäßig treffenden Hauskreise. Das Gemeindegebiet umfasst das Johannesviertel, das Gebiet zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt nördlich der Rheinstraße und das Industriegebiet Nordwest. Die Johannesgemeinde ist die flächenmäßig größte Darmstädter Kirchengemeinde.