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Jacobs, Hans
Foto: Ursula Eckstein

Flugzeugkonstrukteur
* 30.04.1907 Hamburg
† 02.10.1994 Siegen
Hans Jacobs war nach der Obersekundareife ab 1922 Schiffsbaulehrling bei Blohm und Voss und legte 1927 am Technikum in Hamburg das Ingenieur-Examen ab. Danach arbeitete er als Flugzeugkonstrukteur in der technischen Abteilung der Rhön-Rossitten-Gesellschaft auf der Wasserkuppe unter Leitung von Alexander Lippisch und wurde 1933 dort Leiter der Abteilung Segelflug sowie anschließend Institutsleiter in der Deutschen Forschungsanstalt für Segelflug (DFS) in DA-Griesheim. Von 1932 bis 1939 konstruierte er elf Segelflugzeugtypen. Diese gingen bei Flugzeugfirmen in Serie. Mit den Maschinen wurden viele Erfolge bei nationalen und internationalen Wettbewerben erzielt. Hier seien nur exemplarisch erwähnt: „Rhönadler“, der 10-sitzige Lastensegler „DFS 230“ und das hervorragende deutsche Einheitssegelflugzeug DFS „Olympia-Meise“. Wegweisend wurde die Bremsklappe von Jacobs für den Segelflug. 1939/40 entstand der Prototyp des 20-sitzigen Lastenseglers „DFS 331“. Die letzte Konstruktion war 1951 der heute noch in Oldtimerkreisen geflogene „Kranich III“. Zu seinen Veröffentlichungen zählt das Standardwerk „Werkstattpraxis für den Bau von Gleit- und Segelflugzeugen“ (1932). Während des Zweiten Weltkriegs war Jacobs Geschäftsführer der Firma Jacobs-Schweyer Flugzeugbau GmbH DA-Flughafen (Luftfahrtindustrie). Nach dem Krieg betätigte sich Jacobs in der Stahlindustrie in Siegen. Erst im Ruhestand nach 1970 wandte er sich wieder der Luftfahrt zu. Er wurde 1976 in die Gemeinschaft „Alte Adler“ aufgenommen. Jacobs war weltweit einer der ganz großen Segelflugzeugkonstrukteure.

Lit.: Ocker Peter: Hans Jacobs, Pionierleben im Flugzeugbau, 2 Bde., Eigenverlag 2012; Eckstein, Ursula: August-Euler-Flugplatz Darmstadt, Darmstadt 2008 (Darmstädter Schriften 94).