Stadtlexikon Darmstadt

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Strahringer, Wilhelm

Ingenieur, Kommunalpolitiker
* 25.02.1898 Wien
† 28.12.1982 Darmstadt
Der Sohn eines Wiener Schriftsetzers absolvierte nach dem Abitur ein Maschinenbaustudium an der TH in Wien. Angeregt durch seinen Vater konstruierte er eine Setzmaschine, die er in DA bei der Firma Goebel baute (heute im Museum der Frankfurter Linotype-Fabrik). Wilhelm Strahringer blieb in DA, erwarb 1932 die deutsche Staatsbürgerschaft und war bis 1945 als Oberbauingenieur und Prokurist bei Goebel (Maschinen- und Apparatebau) tätig. Im September 1945 wurde er von OB Ludwig Metzger in den Vorstand der HEAG (Entega, HEAG AG) berufen, dem er bis 1970 angehörte. Unter seiner Führung, die modernes Management mit sozialer Verantwortung verband, entwickelte sich die HEAG zu einem modernen und bedeutenden Stromversorgungs- und Nahverkehrsunternehmen. Von 1946 bis 1968 vertrat Strahringer die SPD in der Darmstädter StaVo. Als Vorsitzender des Bauausschusses verfolgte er seine Vorstellungen vom Aufbau der Stadt mit großer Durchsetzungskraft. Strahringer gehörte vielen Fachverbänden der Elektrizitätswirtschaft auf Landes- und Bundesebene an und erhielt im April 1947 einen Lehrauftrag für Elektrizitätswirtschaft an der THD, die ihn im Dezember 1952 zum Honorarprofessor ernannte.

Neben seinen beruflichen Aufgaben widmete sich Strahringer der Kunst und der Literatur. Seine rund 40 Ehrenämter betrachtete er als eine soziale Verpflichtung, die er mit Freude ausübte. Viele Auszeichnungen würdigten Strahringers unermüdliches Engagement: 1963 erhielt er die Silberne Verdienstplakette der Stadt DA und das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik. 1965 wurde ihm das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich verliehen, 1966 die Ehrenbürgerschaft Groß-Umstadts, 1968 die Goethe-Plakette des hessischen Kultusministers, 1970 die Silberne Verdienstplakette des Landkreises DA und 1971 die Johann-Heinrich-Merck-Ehrung wegen seiner Verdienste um die Gesellschaft Hessischer Literaturfreunde. Der deutsche Turnerbund dankte Strahringer für sein stetes Wirken als Aktiver wie als Vorsitzender der Darmstädter TSG 1846 und für die Mitarbeit in weiteren Gremien mit der Walter-Kolb-Plakette. Strahringers Lebenserinnerungen erschienen 1980 in DA. 2001 wurde der Strahringerplatz in Kranichstein nach ihm benannt.