Stadtlexikon Darmstadt

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Stadtquartiere

Die Stadtquartiere, die nicht mit den mittelalterlichen Letzen zu verwechseln sind, rühren von der 1777 erfolgten Gründung der Hessischen Brandversicherungskammer für Hessen-Darmstadt her. Diese sah vor, alle Häuser in Städten und Gemeinden zu nummerieren und diese Nummer in die neu geschaffenen Brandkataster einzutragen. Während in kleineren Gemeinden, wie etwa Bessungen, die Häuser einfach durchnummeriert wurden, teilte man die Stadt DA in mehrere Stadtquartiere ein, die mit Großbuchstaben bezeichnet waren. Innerhalb der Quartiere wurden die Häuser durchgezählt. Altstadt und Alte Vorstadt hatten die Buchstaben A-D, Marktplatz und Mollerstadt südlich der Rheinstraße bis Elisabethenstraße E, nördlich der Rheinstraße F, die neuen gerade in Ausbau befindlichen Straßen um das Zentrum herum G, H und J. Als zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Melderegister eingeführt wurden und die ersten Adressbücher erschienen, übernahm man die Quartierzählung für die Angabe der Wohnadresse. So hatte die Gaststätte Krone die Adresse „D 25“, das Kollegiengebäude am Luisenplatz „F 16“, die Loge (Moller-Haus) „J 200“ und die Stadtkapelle „H 22“. Die starke Ausdehnung der Stadt bewog den Darmstädter Gemeinderat am 28.01.1864, die Umstellung der Quartierzählung auf die heute geläufige Nummerierung nach Straßen und Hausnummern zu beschließen.