Stadtlexikon Darmstadt

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Loth, Wilhelm
Foto: Pit Ludwig, Stadtarchiv Darmstadt

Bildhauer
* 24.09.1920 Darmstadt
† 17.02.1993 Darmstadt
Die Gestaltung des weiblichen Körpers – dieses Thema beschäftigte den Darmstädter Bildhauer Wilhelm Loth ein Leben lang. Bereits mit 15 Jahren nahm der Lehrling zum Vermessungsanwärter Privatunterricht in Malerei und Bildhauerei. Zwei Jahre später wandte er sich an die von ihm verehrte Bildhauerin Käthe Kollwitz, die ihm riet, sich ganz der Bildhauerei zu widmen. Der Versuch, an der Städelschule in Frankfurt/Main zu studieren, scheiterte an der politischen Einstellung des Vaters. Nach Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft studierte Loth 1947 in DA bei Fritz Schwarzbeck. Ein Jahr später wurde er Assistent von Hermann Geibel an der TH Darmstadt. Hier unterrichtete er von 1954 bis 1956 Freies Zeichnen und Angewandte Plastik. Es folgten 1958 die Berufung an die staatliche Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe und 1960 die Ernennung zum Professor.
Wilhelm Loth hatte in der Nachkriegszeit maßgeblichen Anteil am „geistigen Wiederaufbau“ seiner Heimatstadt: Er engagierte sich für die Neugründung der Darmstädter Sezession, deren Vorsitzender er 1953 wurde. Er war Initiator des Darmstädter Kunstpreises (Wilhelm-Loth-Preis), den er 1955 zusammen mit Helmut Lortz erhielt. Auch das erste Darmstädter Gespräch „Das Menschenbild in unserer Zeit“ (1950) sowie die dazugehörende Ausstellung waren seine Idee. Loth hatte nicht nur zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, auch die Liste seiner Ehrungen und Auszeichnungen ist lang: 1954 die Josef-Hoffmann-Ehrung der Wiener Sezession, 1965 der Große Kunstpreis für Plastik der Stadt Köln, 1979 das Bundesverdienstkreuz am Bande und 1990 der Jerg-Ratgeb-Preis. 1989 wurde er erster Vorsitzender des deutschen Künstlerbundes. Zum Andenken an Wilhelm Loth trägt der Darmstädter Kunstpreis seit 1995 seinen Namen.

Lit.: Kunst im öffentlichen Raum in Darmstadt 1641-1994. Hrsg. von Roland Dotzert und Klaus Wolbert. Bearb. von Emmy Hoch, Darmstadt 1994, S. 397; Wilhelm Loth zu Ehren. Retrospektive, Katalog, Darmstadt 1995.