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Georg-Christoph-Lichtenberg-Haus

1899 wurde das heutige Georg-Christoph-Lichtenberg-Haus in der Dieburger Straße 241 von dem Darmstädter Architekten Fritz Nick als gründerzeitliches Parkhotel mit Restaurant gebaut. Da das Hotel jedoch zu weit vom Zentrum entfernt lag und durch das Ausflugslokal auf dem Heiligen Kreuzberg große Konkurrenz hatte, wurde der Hotel- und Restaurantbetrieb aufgegeben und das Anwesen 1910 an Prinz Otto von Schaumburg-Lippe und dessen Gattin Anna Gräfin von Hagenburg verkauft. Sie ließen es 1910/11 von Jakob Krug zu ihrem Privatwohnsitz, dem „Haus Hagenburg“ umbauen. Krug gestaltete es, dem Geschmack der Zeit entsprechend, in ein Jugendstilpalais um, dessen äußere Form bis heute erhalten ist. Auch die von dem Leiter der Großherzoglichen Keramischen Manufaktur, Jakob Julius Scharvogel, gestalteten Keramikverkleidungen im Eingangsbereich und im Treppenhaus sind heute noch vorhanden. Das Palais diente in den folgenden Jahrzehnten unterschiedlichen Eigentümern als privater Wohnsitz, bis es 1938 von der NSDAP übernommen und als SA-Gruppenschule genutzt wurde. 1940 bis 1945 diente das Georg-Christoph-Lichtenberg-Haus als Reservelazarett und von 1947 bis 1955 als städtische Frauenklinik. Anschließend übernahm die TH Darmstadt das Palais vom Land Hessen und richtete hier Wohnungen für Studenten ein. Nach dem Umzug der Studenten in das neue Wohnheim am Karlshof wurde das Gebäude 1977/78 modernisiert und 1989 seiner heutigen Nutzung als Gästehaus der Technischen Universität und der GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung zugeführt. Zuletzt wurde das Gebäude im Jahr 2006 denkmalgerecht saniert, seit 2012 ist die Universität alleinige Nutzerin. Benannt ist das Haus seit 1983 nach Georg Christoph Lichtenberg, dem 1742 in Ober-Ramstadt geborenen Physiker und Dichter.

Lit.: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Hessen. Stadt Darmstadt. Hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen in Zusammenarbeit mit dem Magistrat der Stadt Darmstadt – Denkmalschutzbehörde – Braunschweig, Wiesbaden 1994, S. 367; Zehn Jahre Bauautonomie, hrsg. Technische Universität Darmstadt, Darmstadt 2015, S. 69.