Stadtlexikon Darmstadt

Logo Darmstadt
George, Stefan

Dichter
* 12.07.1868 Büdesheim bei Bingen
† 04.12.1933 Minusio bei Locarno/Schweiz
Stefan George war, neben Rainer Maria Rilke und Hugo von Hofmannsthal, die prägendste Dichtergestalt des ausgehenden 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts, die auch heute noch nachwirkt. Er revolutionierte und ästhetisierte die Sprache, fand zu Klarheit und Prägnanz im bildhaften Wort, löste Gesprochenes und Geschriebenes aus dem Verbund des Alltäglichen und erhob Sprache auf die Ebene des Geistigen, fast Religiösen. George besuchte von 1882 bis 1888 das Ludwig-Georgs-Gymnasium in DA. Nach ruhelosen Reisen durch ganz Europa begründete er mit der Herausgabe der „Blätter für die Kunst“ seinen Kreis und erstrebte mit der exklusiven Zeitschrift eine Wiedergeburt aus dem Geist der Kunst. Seine wichtigsten Bücher sind: „Hymnen“ (1890), „Pilgerfahrten“ (1891), „Algabal“ (1892), „Das Jahr der Seele“ (1897), „Der Teppich des Lebens“ (1899), „Der siebte Ring“ (1907) und „Stern des Bundes“ (1913). Wie keinem anderen Dichter gelang es George, einen großen Kreis Gleichgesinnter um sich zu versammeln. Die wichtigsten Jünger des George-Kreises waren allesamt gebürtige Darmstädter, die jeweils ihr eigenes bedeutendes Werk einbrachten: Karl Wolfskehl, Friedrich und Ernst Gundolf, Carl August Klein, der Dichter-Grafiker Karl Thylmann und der Komponist Wilhelm Petersen, wobei die beiden Letztgenannten nur kurze Zeit dem George-Kreis nahe standen. DA war für George heimatlicher Boden, und er kehrte oft und gern, vor allem zu Besuchen bei seinen Dichterfreunden, in die Stadt zurück. Innerhalb der umfangreichen, bibliotheksfüllenden Literatur über George und seinen Kreis fehlt bis heute eine
Dokumentation über seine Bezüge zu DA. Seit 1957 erinnert in Bessungen der Stefan-George-Weg an ihn.

Lit.: Karlauf, Thomas: Stefan George. Die Entdeckung des Charisma, München 2007; Raulff, Ulrich: Kreis ohne Meister. Stefan Georges Nachleben, München 2009; Wägenbaur, Birgit/Oelmann, Ute: Stefan George - Karl und Hanna Wolfskehl. Der Briefwechsel 1892-1933, München 2015.