Stadtlexikon Darmstadt

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Petersen, Wilhelm

Komponist
* 15.03.1890 Athen
† 18.12.1957 Darmstadt
Mit der Rückkehr seiner Eltern nach Deutschland gelangte Wilhelm Petersen 1892 nach DA, er verbrachte hier seine Schulzeit und studierte in München Germanistik und Philosophie sowie an der Akademie für Tonkunst Dirigieren, Kontrapunkt und Klavier. Er pflegte Kontakte zu Karl Thylmann, Hermann Georgi, Karl Wolfskehl, Friedrich Gundolf, Alfred Kubin und vor allem zu Alexander von Bernus und Stefan George. Seine beiden ersten Symphonien konzipierte er in den Kriegsjahren 1915 bis 1919. Nach anfänglichem Verzicht auf Tonalität und harmonisch gebundene Kontrapunktik wandte Petersen sich um 1925 wieder den Form bauenden Kräften von Tonalität und Klang zu. Ab Herbst 1927 war er Lehrer an der Akademie für Tonkunst in DA, zum Stadtjubiläum 1930 fand die Uraufführung seiner Großen Messe statt (Dirigent Karl Böhm). 1935 wechselte Petersen als Lehrer an die Hochschule für Musik in Mannheim, in DA indes wurde 1941 seine Oper „Der goldene Topf“ unter Fritz Mechlenburg uraufgeführt. Trotz Kriegsverlusten blieb Petersen bis 1953 in Mannheim und kehrte danach, schwer erkrankt und auf die Hilfe von Freunden angewiesen, nach DA zurück.
Seine Grabstätte befindet sich auf dem Alten Friedhof in DA. 1972 wurde in DA die Wilhelm-Petersen-Gesellschaft gegründet, der musikalische Nachlass des Komponisten befindet sich in der Universitäts- und Landesbibliothek. Ein thematisches Werkverzeichnis erarbeitete Wolfgang Mechsner 1996.

Lit.: Kaiser, Hermann: Wilhelm Petersen. Ansprache bei der Gedenkfeier der Städtischen Akademie für Tonkunst am 15. November 1958, Darmstadt o. J.; Petersen, Adelheid: Wilhelm Petersen. Skizze seines Wesens und Lebens, Darmstadt 1962; Nöll, Ludwig: Wilhelm Petersen 1890-1957. In: Musik in Darmstadt zwischen den beiden Weltkriegen. Mit Beiträgen von Oswald Bill, Philipp Schweitzer, Hans Martin Balz und Ludwig Nöll, hrsg. von Hubert Unverricht und Kurt Oehl, Mainz 1980 (Beiträge zur mittelrheinischen Musikgeschichte Nr. 18), S. 95-153.