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Degen, Valentin
Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Kath. Pfarrer, Dekan, Geistlicher Rat
* 03.01.1902 Lorsch/Hessen
† 16.10.1961 Darmstadt
Seine Studien in Theologie und Philosophie schloss Valentin Degen an der Universität Innsbruck jeweils mit der Promotion ab. 1927 in Mainz zum Priester geweiht, kam er nach Kaplanszeiten in Friedberg und Worms 1935 zunächst als Kaplan und dann als Pfarrverwalter (1936/37) nach St. Elisabeth. Dort übernahm er auch die Redaktion des kath. Wochenblatts „Darmstädter Nachrichten“. Am 01.03.1937 wurde Degen zum Studentenseelsorger (Kath. Hochschulgemeinde) und zum Caritassekretär (Caritasverband) ernannt. Im Sommer 1937 verhörte ihn die Gestapo und nahm ihn sechs Wochen lang in Haft. Nach Ende des Krieges wurde ihm am 1.6.1945 als Nachfolger von Wilhelm Kastell zusätzlich zu seinen Aufgaben als Studentenseelsorger und Caritassekretär die Verwaltung der Pfarrei St. Ludwig übertragen, deren Pfarrer er dann 1961 wurde. Seine Hauptsorge galt dem Wiederaufbau der durch den Krieg zerstreuten Gemeinde sowie der zerstörten St. Ludwigskirche. Ihm war daran gelegen, in Zusammenarbeit mit dem Wiener Architekten Clemens Holzmeister aus dem „heidnischen Bau“ einen „liturgischen Raum“ zu gestalten. Jeder Bauschritt bis hin zur Wiedereinweihung von St. Ludwig im Jahr 1955 wurde von ihm theologisch durchdacht. Zuerst aber sorgte er für die Wiederherstellung der Kapelle der Barmherzigen Schwestern und des Pfarrhauses. Als Caritasrektor ließ er ein Altersheim für ausgebombte Darmstädter in Ober-Mossau und Bensheim sowie ein Kinder- und Mädchenheim in Bensheim und in DA errichten. 1961 wurde Degen zum Dekan des Kath. Dekanats DA bestellt, 1956 zum „Geistlichen Rat“ ernannt. Zusätzlich übernahm er 1958 das Amt des Caritasdirektors. Er starb nach langer Krankheit und wurde in St. Ludwig beigesetzt. Der Dr.-Valentin-Degen-Weg zwischen Wilhelminenplatz und Georg-Büchner-Anlage ist 1994 nach ihm benannt worden.

Lit.: Hellriegel, Ludwig u. a. (Hrsg.): Widerstehen und Verfolgung in den Pfarreien des Bistums Mainz 1933-1945 Bd. II.1, Mainz 1990; Preßler, Karsten: Die Ludwigskirche in Darmstadt. Zum denkmalpflegerischen Umgang mit einem kriegszerstörten Sakralbau, Baugeschichte und Wiederaufbau, Mainz 2000.