Stadtlexikon Darmstadt

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Georg-Büchner-Anlage
St. Ludwigskirche und Georg-Büchner-Anlage mit dem „Grande Disco“ von Arnoldo Pomodoro, Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Die Georg-Büchner-Anlage befindet sich, dem Staatstheater vorgelagert, auf dem Gelände zwischen Theater und Wilhelminenplatz. Hier wurde erstmals 1804 auf Wunsch von Erbgroßherzog Ludwig (Ludwig II.) ein Garten angelegt, der zu dieser Zeit noch das gesamte Areal zwischen Marien- und Wilhelminenplatz beanspruchte. 1849 bis 1863 fand hier der Botanische Garten seinen Platz. Mit dem Bau des Neuen Palais ging der Garten wieder in höfischen Besitz über. Nach der Zerstörung des Palais im Zweiten Weltkrieg verwilderte der Garten, wurde zwischenzeitlich in mehrere Kleingartenparzellen unterteilt, in dem die Bevölkerung Obst und Gemüse anpflanzte. 1954 begann man mit der Enttrümmerung des Geländes. Man legte einen Garten an, der englischen und französischen Stil verbinden, aber auch den Charakter des Botanischen Gartens erhalten sollte. Mit dem Bau des Staatstheaters und dessen Tiefgarage bekam die Grünanlage 1972 ein völlig anderes Gesicht, auch durch die Aufstellung des „Grande Disco“, einer Freiplastik aus getriebener Bronze von Arnold Pomodoro von 1974. Man griff zwar die ehemals vorhandenen Wasserbecken in einer zeitgemäßen Gestaltung auf, doch die Bepflanzung war durch die dünne Humusschicht über der Garage stark eingeschränkt. So wurde schon bald die verkümmerte Begrünung der Anlage beklagt. 1998 beschloss die Stadt eine Sanierung der Anlage, die jedoch erst im Zuge der Sanierung des Staatstheaters Wirklichkeit wurde. Der Architekt Arno Lederer gestaltete die Georg-Büchner-Anlage 2009/10 grundlegend neu mit einer breiten Stufenanlage aus Beton- und Rasenstreifen, flankiert von Baumreihen und Pilzen aus Weißbeton, die die Zugänge zur Tiefgarage überdecken. Damit schuf Lederer eine stärkere Verbindung zwischen Mollerscher Stadtanlage und Theater.

Lit.: Kunst im öffentlichen Raum in Darmstadt 1641-1994. Hrsg. von Roland Dotzert und Klaus Wolbert. Bearb. von Emmy Hoch, Darmstadt 1994, S. 178f.