Stadtlexikon Darmstadt

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Darmstädter Nachrichten

Das von Pfarrer Martin Fink 1925 gegründete „Kath. Wochenblatt“ wurde vom Kath. Presseverein DA im Auftrag der kath. Pfarrämter herausgegeben. Verantwortliche Redakteure waren die Kapläne von St. Elisabeth. Fink selbst schrieb Artikel z. T. unter dem Pseudonym Fridolin Frei. Mitarbeiter war u. a. auch Kurt Schleucher (Kürzel RBN). Das Blatt behandelte sowohl lokale als auch weltkirchliche Themen. Vor 1933 erschienen mehrere Artikel, in denen auf die Unvereinbarkeit von Christentum und Nationalsozialismus hingewiesen wurde, u. a. wegen der nationalsozialistischen Glaubens- und Kirchenfeindlichkeit, der Rassenlehre und des Judenhasses. Nach der NS-Machtübernahme fiel die Kritik zurückhaltender aus (Kath. Kirche im Nationalsozialismus). Mittels des so genannten verdeckten Schreibens wurden ausländische Ereignisse so präsentiert, dass der Leser einen kritischen Bezug zum Inlandsgeschehen herstellen konnte. Als die Darmstädter Nachrichten 1937 im Kontext der „Sittlichkeitsprozesse“ mit richtig stellenden Artikeln auf die kirchenfeindliche NS-Propaganda reagierten, inhaftierte die Gestapo den seit 1936 verantwortlichen Redakteur Valentin Degen für sechs Wochen. Das Blatt, das sich Anfang 1937 in „Katholisches Kirchenblatt für Darmstadt und Bergstraße“ umbenennen musste, war wegen NS-Eingriffen gezwungen, sein Erscheinen einzustellen.

Lit.: Hellriegel, Ludwig (Hrsg.): Widerstehen und Verfolgung in den Pfarreien des Bistums Mainz 1933-1945, Dokumentation Bd. II.1 Starkenburg, Mainz 1990; Pfarrgemeinderat der kath. Pfarrgemeinde St. Elisabeth, Darmstadt (Hrsg.): 100 Jahre St. Elisabeth Darmstadt 1905-2005, Festschrift, Darmstadt 2005.