Stadtlexikon Darmstadt

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Wolfskehlscher Garten
Teehaus im Wolfskehlschen Garten, Foto: Nikolaus Heiss, Darmstadt

Am so genannten Galgenberg in Bessungen, wo früher Weinreben standen, baute Gustav Jacobi 1895/96 eine Gründerzeitvilla, welche die Familie Wolfskehl bewohnte. Otto Wolfskehl stammte aus einer alt eingesessenen jüdischen Familie, war Stadtverordnetenvorsteher und gehörte zu den Mitinitiatoren des 1864 gegründeten Bauvereins für Arbeiterwohnungen. Von der einstigen Pracht des Anwesens, das den Zweiten Weltkrieg nicht überstand, ist nur noch das biedermeierliche Teehäuschen auf der Nordseite des romantischen Anwesens übrig geblieben. Die terrassenartige Anlage des Wolfskehlschen Gartens an der Karlstraße 84 mit altem Baumbestand, Bänken, einer Kopie der Skulptur „Darmstadtia“, angelegten Wegen, einem Spielplatz sowie Waldorfkindergarten bildet inmitten der Stadt eine grüne Oase. Die Anlage des Parks geschah unter der Regie der Wiederaufbau GmbH (Kurt Jahn), aus deren städtischen Sondervermögen der in den 1950er Jahren völlig verwilderte Garten gekauft wurde. Die Böschung zur Karl- und Klappacher Straße musste abgetragen und zurückverlegt werden. Dort wurde eine architektonisch gestaltete Stützmauer mit Aufgängen errichtet. Zunächst wollte man einen reinen Erholungspark mit Trinkpavillon und der Ausgabe der bekanntesten deutschen Heilwässer anlegen, dann waren eine Freilichtbühne in Form eines Amphitheaters für Jugendliche, später ein Altersheim und auch ein bescheidenes Vivarium angedacht. Aus all diesen Ideen wurde nichts: Heute präsentiert sich die Anlage als Ruhegarten mit romantischen Akzenten. Das auf dem höchsten Punkt gelegene Sommerhäuschen zieht neugierige Spaziergänger ebenso an, wie die Bänke und verschlungenen Wege. Im Winter bietet die abschüssige Wiese zudem beste Voraussetzungen zum Rodeln für die Kinder von Bessungen.