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Meißner, Paul

Architekt
* 07.05.1868 Eisleben
† 05.09.1939 Darmstadt
Nach einem Studium der Baukunst bei Carl Schäfer an der TH Berlin, wirkte Paul Meißner zunächst als Privatarchitekt in Freiburg und kam 1902 nach DA. 1904 wurde er Stellvertreter, ab 1907 Nachfolger von Friedrich Pützer als Denkmalpfleger für die Provinz Rheinhessen, seit 1914 auch für Starkenburg. Gleichzeitig lehrte er bis zu seiner erzwungenen Emeritierung 1933 an der TH Darmstadt. Der Durchbruch als Entwurfsarchitekt gelang Meißner 1905 mit dem 1. Preis beim Wettbewerb zum Neubau der Landes-Hypothekenbank (Landesbank) Paulusplatz 1 (heute Sitz der EKHN-Kirchenverwaltung), der 1912 eingeweiht wurde. Neben fünf Wohnhäusern in Buchschlag entstanden in der Zeit auch verschiedene Bauten für DA. Gut erhalten ist das 1909 in der Dieburger Straße 263 errichtete spätere Gasthaus Einsiedel (Hotels). Bis in die 1920er Jahre folgten Industriebauten für Dyckerhoff in Biebrich, Opel in Rüsselheim und mehrere Aufträge für große Brückenbauten. Aus der Vielzahl seiner Bauten der Nachkriegszeit ragen das 1922/23 entstandene Verwaltungsgebäude der Maschinenfabrik Goebel (Industrialisierung) in der Mornewegstraße 75 (1989 abgerissen) und das Herrenhaus für Fritz Opel in Rüsselsheim (1931/32) heraus. Architektonisches Hauptwerk der 1920er Jahre war die klassizistisch gestaltete Brunnenumbauung mit Wandelhalle von 1928/29 in Bad Wildungen. Meißners umfangreiche Leistungen auf dem Gebiet der Denkmalpflege krönten die Rekonstruktionsmaßnahmen an der Katharinenkirche zu Oppenheim von 1934 bis 1937, der bedeutendsten gotischen Kirche am Rhein zwischen Köln und Straßburg.

Lit.: Zimmermann, Georg: Paul Meißner, ein Darmstädter Baukünstler. In: Archiv für Hessische Geschichte und Altertumskunde, NF 49, 1991, S. 291-342; Darmstädter Ehrengräber, Darmstadt 2016 (Darmstädter Schriften 105), S. 140-142; Holtmann-Mares, Annegret / Salge, Christiane: Paul Meißner (1868-1939). Ein Architekt zwischen Tradition und Aufbruch, Darmstadt 2019.