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Ludwigsmonument
Einweihung des Ludwigsmonuments, 25.08.1844, Stadtarchiv Darmstadt

Das Ludwigsmonument, besser bekannt unter dem Namen „Langer Ludwig“, ist neben dem Hochzeitsturm das Wahrzeichen DAs. Es erinnert an Großherzog Ludewig I. und die 1820 unter seiner Herrschaft verabschiedete erste Verfassung für das Großherzogtum Hessen. Am 03.05.1837 veröffentlichte ein aus Darmstädter Bürgern bestehender Verein einen Aufruf an alle Bewohner des Großherzogtums, für die Errichtung eines Denkmals für den ersten Großherzog zu spenden. Die Initiatoren dachten an ein Marmorstandbild auf einem Sockel aus Sandstein, begrenzt von vier Löwen nach einem Entwurf von Johann Baptist Scholl d. Ä. Das Denkmal sollte auf dem Mathildenplatz errichtet werden, so hatte es auch Großherzog Ludwig II. bestimmt. Die Regierung lenkte die Planungen jedoch bald in eine andere Richtung. Sowohl der Entwurf Scholls als auch weitere Alternativentwürfe wurden verworfen, statt des Mathildenplatzes der Luisenplatz als Standort bestimmt. Auf Betreiben Georg Mollers und anderer hoher Beamter sollte ein Säulendenkmal errichtet und in der Person Ludewigs I. auch die Hessische Verfassung von 1820 gefeiert werden. Moller begründete die die Stadt beherrschende Form der Säule mit der hoch über der Stadt stehenden Statue Ludewigs I. mit städtebaulichen Gegebenheiten: Die weite Dimension des Luisenplatzes verlange nach einem Bauwerk solchen Ausmaßes. Ausschlag gebend waren aber sicher politische Gründe. Durch die Form des Denkmals wurde der erste Großherzog nicht nur verherrlicht, sondern sinnbildlich hoch über sein Volk erhoben.

1840 begannen die Arbeiten; Moller entwarf die von Hofbaumeister Paul Arnold ausgeführte Sandsteinsäule. Den ornamentalen Schmuck schuf Johann Baptist Scholl d. Ä. Der Entwurf für die Statue stammte von dem Münchener Bildhauer Ludwig Schwanthaler (1802-1848). Die Grundsteinlegung erfolgte am 14.06.1841, dem Geburtstag Ludewigs I., die feierliche Enthüllung am 25.08.1844. Die Denkmalseinweihung wurde mit einem dreitägigen Fest begangen, dessen Abschluss ein großes Volksfest auf dem Exerzierplatz darstellte, und von einer Flut von Huldigungsgedichten und Lobreden begleitet. Das Ludwigsmonument hat folgende Maße: Gesamthöhe 39,15 Meter, Höhe der Aussichtsplattform 30,04 Meter, Höhe der Statue 5,45 Meter. Durch die Säule ist eine Treppe mit 172 Stufen hindurchgeführt, die man durch eine außerhalb des Ludwigsmonuments befindliche Falltür erreicht. Das Ludwigsmonument diente nach seiner Errichtung häufiger als Aufhängung für Festdekorationen zu fürstlichen Hochzeiten, Staatsempfängen und sonstigen Feierlichkeiten, und wurde bis in das 20. Jahrhundert hinein jährlich am Ludwigstag (25.08.) geschmückt. In der Brandnacht blieb die Säule stehen, die Statue Ludewigs erhielt jedoch einige Schäden durch Einschüsse, die erst 1952/53 beseitigt wurden. 1953 bis 1956 gelangte das Ludwigsmonument zu eher trauriger Berühmtheit, weil sich einige Male Selbstmörder von ihm herabstürzten, was zur Schließung der Aussichtsplattform führte. Seit 1975 steht sie an bestimmten Tagen wieder für das Publikum offen.

Lit.: Engels, Peter: Kleine Geschichte eines großen Denkmals. Das Ludwigsmonument in Darmstadt, 3. Aufl., Darmstadt 2006.

Ludwigssäule 1939/40, Foto: Ernst Luckow, Stadtarchiv Darmstadt