Stadtlexikon Darmstadt

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Hofmann, Karl
Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Architekt
* 20.04.1856 Herborn
† 28.12.1933 Darmstadt
Nach dem Architekturstudium an der Bauakademie Berlin und der TH Wien gewann Karl Hofmann bereits 1879 den 1. Preis im Wettbewerb für die Synagoge in Münster. Ihre Ausführung wurde sein erster großer Bau-Auftrag. 1885 wurde er Spitalbaumeister, 1886 Stadtbaumeister und 1892 Dombaumeister in Worms, seinem lebenslangen Tätigkeitsfeld, wo er bedeutende städtebauliche Entwicklungen und viele Bauwerke verantwortete. Die TH Darmstadt berief Hofmann 1897 auf die o. Professur für Baukunst, wo er bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand 1927 30 Jahre mit großem Einsatz und Verantwortungsbewusstsein Gebäudekunde, Entwerfen von Gebäuden, Bauführung und Baumaterialien lehrte. 1898 ernannte ihn Großherzog Ernst Ludwig zum Geheimen Oberbaurat und zum kommissarischen vortragenden Rat in der Abteilung für Bauwesen des hessischen Finanzministeriums. Im Rahmen der künstlerischen Leitung der Staatsbauverwaltung beeinflusste Hofmann die städtebauliche und öffentliche Bautätigkeit in ganz Hessen. Seit 1893 war er außerdem Dombaumeister in Worms. Die getreue Wiederherstellung des nach verschiedenen – zum Teil schon Jahrhunderte zurückliegenden – Brandkatastrophen vom Einsturz bedrohten Doms gilt als sein Hauptwerk.

In DA entwarf Karl Hofmann 1897 den Bebauungsplan für die Mathildenhöhe und errichtete die ersten Wohnhäuser am Nikolaiweg und weitere Privatbauten im von Friedrich Pützer geplanten Paulusviertel. 1899 entstand das von ihm entworfene Haus Elgert an der Stadtkirche in Hofmanns traditionalistisch geprägten, leicht historisierenden Stil. Der von ihm geplante Neubau des Amtsgerichts (Gerichtsgebäude) mit der torartigen Brücke zum Landgericht wurde 1905 vollendet, 1909/10 errichtete er für die großherzogliche Familie das Neue Mausoleum (Mausoleen) auf der Rosenhöhe. Hofmann war ein herausragender Vertreter der „neueren Darmstädter Architektenschule“, die unter Beachtung der regionalen Architekturgeschichte die Verwendung heimischer Bautraditionen favorisierte und in einem fruchtbaren Spannungsverhältnis zu den in der Künstlerkolonie vertretenen Architekten des Jugendstils stand. Für seine Leistungen wurde Hofmann vielfach geehrt, u.a. mit dem Ritterkreuz I. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen (1900), dem Russischen Stanislaus-Orden II. Klasse (1899), der Königlich Sächsischen Silbernen Staatsmedaille, der Hessischen Goldenen Verdienstmedaille für Kunst (1912), dem Preußischen Roten Adlerorden III. Klasse (1904), dem Komturkreuz II. Klasse des sächsischen Albrechtsordens (1914), dem Ehrenkreuz des Ludwigsordens (1915) und dem Allgemeinen Ehrenzeichen für Kriegsverdienste (Erster Weltkrieg). 1898 wurde er zum Geheimen Hofrat, 1922 zum Ministerialrat ernannt, 1909 in die Königliche Akademie der Künste in Berlin und 1923 in die Akademie des Bauwesens in Berlin aufgenommen. Die TH Hannover ehrte ihn 1921 mit der Ehrendoktorwürde. Hofmann war seit 1912 Mitglied des hessischen Denkmalrats. Karl Hofmann wurde auf dem Waldfriedhof in DA beigesetzt.

Lit.: Reuter, Fritz: Karl Hofmann und „das neue Worms“, Darmstadt und Marburg 1993.