Stadtlexikon Darmstadt

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Heger, Franz

Architekt
* 05.01.1792 Worms
† 02.05.1836 Darmstadt
Franz Heger kam 1804 mit seinen Eltern nach DA, besuchte hier das Gymnasium und studierte 1809/10 in Gießen Kameralwissenschaften und Mathematik, bevor er als Akzessist (Anwärter) bei der Großherzoglichen Bauverwaltung in DA angestellt und von Georg Moller ausgebildet wurde. Zusammen mit Moller gab Heger später (1825) „Entwürfe ausgeführter und zur Ausführung bestimmter Gebäude“ in fünf Heften heraus. Am 17.12.1812 wurde Heger zum Baukonduktor ernannt, am 15.09.1815 zum Assessor beim Oberbaukolleg. Eine dreijährige Auslandsreise führte ihn 1817 bis 1820 zunächst nach Rom, wo er die Bekanntschaft mit dem Darmstädter Maler Carl Philipp Fohr schloss. Ein von Fohr gezeichnetes Porträt Hegers befindet sich im Heidelberger Städtischen Museum. Von Rom ging Heger für zehn Monate nach Griechenland, danach nochmals nach Rom und kehrte über Südfrankreich und Paris wieder nach DA zurück. Nach seiner Ernennung zum Landbaumeister für die Stadt und den Landratsbezirk DA am 21.11.1822 unterstand ihm das gesamte Zivilbauwesen in diesem Bezirk und das Militärbauwesen in der Residenz. Daneben unterrichtete Heger Architektur und Mathematik an der neuen Realschule. 1829 wurde er zum Baurat ernannt, 1834 zum Oberbaurat.

Von Hegers Bauten in DA hat sich nur in Teilen seine 1829/30 errichtete Infanterie-Kaserne an der Alexanderstraße (heute von der TU Darmstadt genutzt) erhalten. Die Dragoner-Kaserne (s. a. Kasernen) am Marienplatz (1825-1927) und die Zusatzbauten der Artilleriekaserne an der Grafenstraße (1826) sind ebenso 1944 zerstört worden wie das Militärlazarett am Jägertor (Alexanderstraße 27, 1827). Die 1831 errichtete Münze an der Nordostseite des Mathildenplatzes wurde bereits 1904 für den Neubau des Amtsgerichts (Gerichtsgebäude) abgerissen, das Gefängnis an der Rundeturmstraße (1832/33) erst 1969, um einen Parkplatz zu gewinnen. 1833 richtete Heger die Wohnung für den Erbprinzen (Ludwig III.) im Schloss ein. Der Löwenbrunnen, 1824 auf dem Luisenplatz aufgestellt und 1841 auf den Mathildenplatz versetzt, ist ebenfalls ein Entwurf Hegers.

Lit.: Hessische Biographien. In Verbindung mit Karl Esselborn und Georg Lehnert hrsg. von Hermann Haupt, Darmstadt 1918-1934, Bd. 3, S. 129-131; Haupt, Georg: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Darmstadt, 2 Bde., Darmstadt 1952–54, S. 171f., 176-178, 291.