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Gutermuth, Max
Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Maschinenbauingenieur
* 16.06.1858 Pappenheim
† 10.03.1943 Darmstadt
Max Friedrich Gutermuth wurde 1858 im mittelfränkischen Pappenheim geboren. Nach der Reifeprüfung absolvierte er ein Maschinenbaustudium an der TH München. Nach dem Studium arbeitete er im bayerischen Staatsdienst in den Zentralwerkstätten Nürnberg. Ab 1881 war er Assistent an der TH Aachen und ab 1884 Mitarbeiter von Alois Riedler (1850-1936). 1887 habilitierte er sich und war dann Privatdozent. Bereits 1888 wurde er o. Professor für Maschinenbau an der TH Aachen. 1896 berief ihn die TH Darmstadt auf die o. Professur für Maschinenbau I mit der Bezeichnung Dampfkraftmaschinen, Dampfkessel, Pumpen und Kompressoren. Er leitete in dieser Funktion das Maschinenbaulaboratorium I für Dampfkessel und Dampfkraftmaschinen, das sich zu dieser Zeit im Hauptgebäude befand. Er wurde zudem Leiter des Kraftwerks der Hochschule. Auf seine Planungen ging die Maschinen-Ausstattung des im Zuge der Erweiterungsbauten verlegten und neu errichteten, 1904 von Georg Wickop fertig gestellten Maschinenhalle in der Magdalenenstraße zurück. Im neuen Maschinenbaulaboratorium I wurde die erste auf dem europäischen Kontinent gebaute vielstufige Dampfturbine aufgestellt. Für Wissenschaftler und Studierende waren nun auch Versuche an Dampfturbinen und einer Zentrifugalpumpe möglich. Im Mai 1910 gehörte Gutermuth zu den Gründern der Hessischen Flugstudien-Gesellschaft Darmstadt, in der sich flugbegeisterte Schüler um seinen Sohn Hans scharten, die Wasserkuppe als Versuchsgelände entdeckten und mit dem Bau von Gleitern begannen. Aus diesen Aktivitäten entstand Ende 1920/Anfang 1921 die Akaflieg, an deren Gründung Max Gutermuth maßgeblich beteiligt war. Von 1903 bis 1905, von 1912 bis 1915 sowie von 1921 bis 1924 war er Dekan der Abteilung Maschinenbau. Gutermuth verfasste in den 1920er Jahren zusammen mit Adolf Watzinger das Standardwerk „Die Dampfmaschine“, das 1928 erschienen ist und auch außerhalb Deutschlands Beachtung fand. Neben Adolf Pfarr und Otto Berndt gehörte er im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts zu den einflussreichsten Professoren im Maschinenbau an der TH Darmstadt. Von 1905 bis 1907 war er zudem Rektor der TH Darmstadt. 1904 wurde er Geheimer Baurat. 1913 wurde ihm das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
Die TH Stuttgart zeichnete ihn 1925 mit dem Titel eines Dr.-Ing. e.h. aus. Im März 1927 wurde er emeritiert.

Lit.: Hampe, Manfred/Pahl, Gerhard (Hg.): Zur Geschichte des Maschinenbaus an der Technischen Universität Darmstadt, Düsseldorf 2008, S. 236.