Stadtlexikon Darmstadt

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Vogel, Martin

Pianist, Musikschulgründer
* 15.12.1863 Darmstadt
10.07.1930 Lindau/Bodensee
Martin Vogel brach eine dem Vater zuliebe begonnene Kaufmannsausbildung ab und besuchte das Konservatorium von Martin Wallenstein, wo er Klavierunterricht erhielt und daneben auch in Violine und Musiktheorie ausgebildet wurde. 1890 gründete er in der Schulstraße eine Klavierschule – in der er auch Violinunterricht erteilte – die nach einer Zwischenstation in der Hügelstraße ihr festes Domizil schließlich in der Soderstraße 6 fand. Seit 1906 firmierte das Institut unter dem Namen „Beethoven-Konservatorium“. Nach und nach wurde das Unterrichtsangebot auf alle Orchesterinstrumente ausgeweitet. Vogels wohl bekanntester Schüler war der Komponist und Georg-Büchner-Preisträger (1931) Hans Simon. Neben seiner Lehrtätigkeit trat Vogel als Klaviersolist auf und war als Dirigent der Gesangvereine Harmonie und Teutonia sowie der Singabteilung der Turngemeinde DA (TSG Darmstadt 1846) tätig. Er leitete auch den israelitischen Chorverein und wirkte als Organist an der Synagoge in der Friedrichstraße. Aus wirtschaftlichen Gründen übertrug er sein Konservatorium 1922 der Stadt DA, wo es in der Akademie für Tonkunst aufging, an der er noch einige Jahre als Dozent tätig blieb. Vogel starb während eines Sommerurlaubs in Lindau am Bodensee.

Lit.: Engels, Peter: Von der Schule für Klavierspiel zur Akademie für Tonkunst – ein Beitrag zur Geschichte der Musik und des Musikunterrichts in Darmstadt. In: 150 Jahre Akademie für Tonkunst Darmstadt, hrsg. vom Eigenbetrieb Kulturinstitute der Wissenschaftsstadt Darmstadt, Akademie für Tonkunst, Darmstadt 2001, S. 19.