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Vogler, Georg Joseph gen. Abbé Vogler
Denkmal für Abbé Vogler auf dem Mathildenplatz, Aufnahme 1938, Foto: Ernst Luckow, Stadtarchiv Darmstadt

Komponist
* 15.06.1749 Würzburg
† 06.05.1814 Darmstadt
Georg Joseph Vogler studierte Theologie und Jura in Würzburg bzw. Bamberg. 1771 trat er in die Mannheimer Hofkapelle ein und wurde von Kurfürst Karl Theodor zu Studienzwecken nach Italien geschickt. Er studierte u. a. bei Giovanni Martini (Bologna) Kirchenmusik. Nach seiner Priesterweihe kehrte er an den Kurpfälzer Hof zurück und folgte diesem als Kapellmeister nach München. 1786 wurde er Musikdirektor am Hofe König Gustavs III. von Schweden. Von dort aus unternahm er Forschungsreisen bis Kleinasien. 1799 kehrte er in die deutschen Territorien zurück, erhielt aber noch bis 1806 vom schwedischen Hof finanzielle Unterstützung. Großherzog Ludewig I. berief Vogler 1807 als Geheimen Geistlichen Rat an den Hof in DA. Hier wohnte er zunächst „Am Birngarten 4“ (Alexanderstraße), ab 1810 Mathildenplatz 1. Vogler gab geistliche Konzerte, die vom Großherzog dirigiert wurden, und schrieb nach großherzoglichen Vorgaben Kompositionen. 1810 fiel er beim Großherzog in Ungnade. Vogler nahm Schüler in sein Haus auf, darunter Carl Maria von Weber und Giacomo Meyerbeer. Die letzten Jahre widmete er sich seinen Orgelbauplänen. Bekannt war Vogler für seine Improvisationen auf seiner tragbaren Orgel (Orchestrion). Sein Werk enthält v. a. Kirchenmusik, musiktheoretische und wissenschaftliche Schriften. An Vogler erinnert ein Denkmal auf dem Mathildenplatz. Begraben wurde er auf dem Friedhof am Kapellplatz in DA (Friedhöfe). Dort ist sein Grabstein noch erhalten. 1918 wurde der Voglerweg im Komponistenviertel nach ihm benannt.

Lit.: Abbé Vogler in Darmstadt: Letzte Station auf der Lebensreise eines Geistlichen, eines Musikers, eines Lehrers und Forschers 1999, Darmstadt 1999; Thomsen-Fürst, Rüdiger: Georg Joseph Vogler. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart. 2., neu bearb. Ausgabe, Personenteil, Bd. 17, Kassel 2007, Sp. 176-183.