Stadtlexikon Darmstadt

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Seffrin, Horst
Horst Seffrin 1983, Foto: Roland Koch, Stadtarchiv Darmstadt.

Gesundheitsdezernent, Bürgermeister
* 20.01.1921 in Darmstadt

20.03.2007 in Darmstadt
Horst Seffrin musste nach Absolvierung des Reichsarbeitsdienstes sein 1939 aufgenommenes Philologiestudium wegen seiner Einberufung zur Wehrmacht unterbrechen, wurde schwer verwundet und trat am 14.03.1945 seine Arbeit als Dolmetscher und Übersetzer für Englisch und Französisch beim Wirtschaftsamt der Stadt DA an. Aufgrund seiner Befähigungen wurde er bereits im März 1945 zum stellvertretenden Leiter dieses Amtes bestellt und kurz danach persönlicher Sekretär von OB Ludwig Metzger. Nachdem er 1947 den Inspektorenlehrgang absolviert hatte, übertrug man ihm 1948 die Leitung des Wirtschaftsamtes, ab 01.10.1948 die Leitung des Wohnungsamtes und ab 22.09.1952 die Leitung des Sozialamtes. Aufgrund seines sozialpolitischen Engagements wählte ihn die Stadtverordnetenversammlung, der er ab 1956 für die SPD angehörte, bereits am 27.11.1956 zum Stadtrat. OB Dr. Ludwig Engel übertrug ihm die Dezernatsaufgaben Sozialwesen, Wohnungswesen und Gesundheitswesen. Nach seiner Wiederwahl am 22.06.1962 übernahm er weitere Dezernatsaufgaben wie das Personalwesen. Am 14.12.1970 und erneut am 29.04.1976 wurde er zum Bürgermeister gewählt; dieses Amt führte er bis zum 03.11.1983. In seine langjährige politische Verantwortung fallen zukunftsweisende Planungen wie der Jugendplan, der Altenplan, der Umweltplan sowie die Zielplanungen der Städtischen Kliniken.

Seffrin richtete 1968 in DA als erster Kommune in Hessen eine Darmstädter Werkstätte für Behinderte ein mit dem Ziel der Eingliederung geistig behinderter Menschen in die Arbeitswelt. Seine Lebensleistung ist daneben mit der Entwicklung der Städtischen Kliniken zu einem Krankenhaus mit Maximalversorgung und später zum Akademischen Lehrkrankenhaus der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/Main verbunden. Für seine Verdienste verlieh ihm der Dekan des Fachbereiches Humanmedizin, Professor Dr. med. Hans Joachim Müller, am 23.08.1983 Titel und Würde eines Doktors der Medizin ehrenhalber (Dr. med. honoris causa).

Die sozialpolitische Arbeit Seffrins erstreckte sich auf die Mitarbeit in vielen Gremien wie den Gesundheitsausschüssen des Deutschen Städtetages und des Hessischen Städtetages, deren Vorsitz er führte. Daneben war er Vorsitzender in der Krankenhauskonferenz Starkenburg, wirkte mit in der Verbandsversammlung und im Verwaltungsausschuss des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen, beim Gemeinde-Unfallversicherungsverband für Hessen und bei der Zusatzversorgungskasse DA. Zeitweise führte er den Vorsitz im Aufsichtsrat der Südhessischen Gas und Wasser AG. Horst Seffrin erhielt zahlreiche Ehrungen: die Silberne Verdienstplakette des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen, mehrere hohe Auszeichnungen des Deutschen Roten Kreuzes, der Arbeiterwohlfahrt sowie des Verbandes der Kriegsopfer Deutschlandes, das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und die Silberne Verdienstplakette der Stadt Darmstadt.