Stadtlexikon Darmstadt

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Herrmann, Fritz

Pfarrer, Archivar
* 24.10.1871 Guntersblum
† 17.11.1938 Darmstadt
Nach dem Abitur 1891 in Mainz studierte Fritz Herrmann in Berlin und Gießen Theologie. 1897 ordiniert, promovierte er 1901 zum Lizentiaten und 1909 zum Doktor der Theologie. Daran schlossen pfarramtliche Verwendungen in Lengfeld, Offenbach und Schotten an, bevor er für einige Semester Repetent der Theologischen Fakultät der Universität Gießen wurde. 1901 ging Herrmann als Pfarrverwalter nach Alsfeld und 1903 als Religionslehrer an die Darmstädter Viktoriaschule und das angeschlossene Lehrerinnenseminar. 1911 wechselte er als Archivrat ans Haus- und Staatsarchiv (Hessisches Staatsarchiv DA), dessen Direktor er von 1929 bis 1936 war. Im Ersten Weltkrieg wurde er 1918 als Leutnant schwer verwundet. Ähnlich wie sein Freund Wilhelm Diehl verfolgte Herrmann ein volkskirchliches Anliegen, in dem Diakonie und Kirchengeschichte ihren selbstverständlichen Platz fanden. So war Herrmann Mitbegründer des Hessischen Diakonievereins und der Vereinigung für hessische Kirchengeschichte (Hessische Kirchengeschichtliche Vereinigung). Seit 1909 war er Mitglied der Landessynode bzw. des Landeskirchentags (bis 1933), seit 1930 dessen Präsident. Er engagierte sich stark in der kirchlichen Pressearbeit. Von bleibendem Wert sind seine Archivinventare: Inventare der ev. Pfarrarchive im Großherzogtum Hessen (1913); Inventare der ev. Pfarrarchive im Freistaat Hessen (1920); Inventar der älteren Registratur des Ev. Landeskirchenamts (1926). Seine Grabstätte befindet sich auf dem Alten Friedhof in DA.

Lit.: Steitz, Heinrich: Ein halbes Jahrhundert kirchengeschichtlicher Forschung in Hessen. In: Jahrbuch der Hessischen Kirchengeschichtlichen Vereinigung, bisher 55 Bde., Darmstadt 1949-2004, Bd. 1, 1949, S. 7-34, bes. S. 11-13.