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Flugsport

Flugsport hatte in DA stets Tradition und trug in hohem Maß zur Luftfahrtentwicklung bei. In der Stadt wirkten zahlreiche Pioniere in einer Zeit, in der Wetter, Luftschichten und Flugzeugtechnik noch weitgehend unerforscht waren. Seit Gründung des ersten Flugvereins 1909 in DA (Segelflug) präsentierten sich Flugbegeisterte auf Wettbewerben, Ausstellungen, Vorträgen und Flugtagen. August Euler flog am 25.10.1910 den deutschen Dauer- und Streckenflugrekord von 3 Stunden, 6 Minuten, 18 Sekunden. Der Verein für Luftfahrt e. V. 1911 engagierte sich 1911 bis 1914 bei der Durchführung der Zuverlässigkeitsflüge auf dem Griesheimer Sand (Flugplätze) und bei der Modellausstellung auf der Mathildenhöhe 1913. Der erste Luftwettbewerb nach dem Ersten Weltkrieg im Sommer 1924 zeigte die Fortschritte in der Luftfahrtentwicklung. Viele Flugtage mit Ballonaufstiegen, Fallschirmabsprüngen und Kunstflug folgten. Besonders zu erwähnen sind der Süddeutschlandflug 1926, der Freiballonwettbewerb 1927, die 1. Wissenschaftliche Segelflugtagung 1930 mit einer Modellausstellung, die Deutsche Freiballonmeisterschaft 1935 sowie der letzte Flugtag 1939 mit der Schlagzeile „Mit 500 Sachen über den Griesheimer Sand“.

Auch im Zweiten Weltkrieg wurden Vergleichsflüge über DA durchgeführt. Beliebt bei den Veranstaltungen war das Umkreisen der Ludwigssäule (Ludwigsmonument). Sowohl im Segel- wie im Motorflug prägten Pilotenprüfungen, Sportabzeichen, Dauerrekorde, Kunstflug, Blindflug, Wetterbeobachtungs- und Forschungsflüge das Bild rund um die Stadt.

1950 wurde der Hessische Luftsportverband in DA gegründet und 1957 als Hessischer Luftsportbund e. V. mit neuen satzungsgemäßen Inhalten tätig: darin organisiert sind alle Luftsportvereine Hessens (Segelflug, Modellflug, Motorflug, Fallschirm-, Hängegleiter-, Ultralight- und Ballonsport). Es fehlte ein öffentlicher Flugplatz in DA. Man begann ab 1951 mit Modellflug sowie -ausstellungen auf der Lichtwiese und 1955 bis 1956 mit Segelflugübungen auf dem Griesheimer Sand. Anlässlich des Jubiläums „50 Jahre Luftfahrt in Darmstadt“ erschien 1961 eine Festschrift von Walter Sorg und Wilhelm Haas, der 11. Luftfahrertag fand in DA statt mit dem Hessen-Sternflug, der noch heute ausgetragen wird. US-Army und Hessen-Flieger führten manchen „Tag der offenen Tür“ und kleine Flugwettbewerbe durch. So wie einst z. B. Otto Heinrich Graf Hagenburg 1936 deutscher Kunstflugmeister war, hat DA auch heute hessische und deutsche Meister des Flugsports. Drei Vereine (Sportflieger-Club Darmstadt e. V., HESSEN-FLIEGER Verein für Luftfahrt 1924 Darmstadt e. V., Akaflieg Darmstadt e. V.) sowie der englischsprachige Darmstadt Flying Club e. V. (DFC) mit 50 Prozent deutschen Piloten (vormals American Military Darmstadt Flying Club) betreiben Flugsport. Die Nähe des Frankfurt-Airport mit seinen Flugrouten bietet nur kleinen Motorsportmaschinen ausreichende Flughöhen und ließ die Flieger auf die umliegenden Flugplätze ausweichen.

Lit.: Haas, Wilhelm / Sorg, Walter: 50 Jahre Luftfahrt in Darmstadt, Stadt Darmstadt 1961; Eckstein, Ursula: August-Euler-Flugplatz Darmstadt, Darmstadt 2008 (Darmstädter Schriften 94).