Stadtlexikon Darmstadt

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Elisabeth Prinzessin von Hessen und bei Rhein

(geb. Prinzessin von Preußen)
* 18.06.1815 Berlin
† 21.03.1885 Bessungen
Die Tochter der mit Prinz Wilhelm von Preußen verheirateten Prinzessin Marianne von Hessen-Homburg, die nach Königin Luises Tod im politisch-literarischen Berlin der Freiheitskriege eine maßgebliche Rolle spielte, war durch ihre Großmütter Preußen und Homburg, die beide Töchter der „Großen Landgräfin“ (Karoline) waren, gleich zweifache Cousine des Prinzen Karl von Hessen (1809-1877), als dessen Frau sie 1836 nach DA kam. Als Erbe ihrer Eltern gelangten sowohl Schloss Fischbach in Schlesien wie die künftige „Darmstädter Madonna“ Hans Holbeins in den Besitz des Hauses Hessen. Das erst später als Original erkannte Bild fand seinen Platz 1851 zunächst im nach Plänen Georg Mollers von Carl Harres erbauten „Palais Prinz Karl“ (Palais) in der Wilhelminenstraße, das in der Bessunger Gemarkung lag. Obwohl mit der Kinderlosigkeit der Schwägerin Mathilde rasch klar war, dass die Thronfolge Elisabeths Sohn Ludwig (IV.) zufallen würde, hat das Prinzenpaar nie eine politische Rolle gespielt. Die im Sinne der kirchlichen Erweckung erzogene Elisabeth hat sich vorrangig sozial engagiert. Überdauert hat vor allem das mit dem Krankenhaus „Elisabethenstift“ verbundene Diakonissenmutterhaus. Die Elisabethenstraße in DA wurde nach ihr benannt. Ihre Grabstätte ist im Alten Mausoleum (Mausoleen) auf der Rosenhöhe.

Lit.: Bender, F.: Elisabeth, Prinzessin Carl von Hessen und bei Rhein, geb. Prinzessin von Preußen. Ein Lebensbild, Darmstadt 1886; Haus Hessen. Biografisches Lexikon, hrsg. von Eckhart G. Franz (Arbeiten der Hessischen Historischen Kommission, NF 34), Darmstadt 2012, HD 74, S. 351f.