Stadtlexikon Darmstadt

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Darmstädter Echo
Setzerei des Darmstädter Echo, 1950er Jahre, Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Die erste Ausgabe des Darmstädter Echos ist vom 21.11.1945 im Format 28 mal 39 Zentimeter und 8 Seiten stark. Sie wurde auf der Rotation der „Frankfurter Rundschau“ gedruckt. Erst im April 1946 war in DA eine eigene Druckmaschine einsatzbereit. Empfänger der Lizenz für eine neue Zeitung waren der Schriftsteller Johann Sebastian Dang und der Journalist Paul Rodemann (1887-1963) – zwei Männer mit politisch lupenreiner Weste, die den Amerikanern die Gewähr boten, ein Sprachrohr demokratischen Geistes zu sein. In der Gründungszeit war der aus Offenbach stammende Druckereifachmann Max Bach mit dabei. Der am 25.04.1915 Geborene bekam ein zweijähriges Stipendium an der Offenbacher Kunstgewerbeschule, wo er seine typografischen Fähigkeiten und Neigungen auch theoretisch und künstlerisch fortbildete. Nach achtjähriger Soldatenzeit trieb er als Betriebswirt das Darmstädter Echo voran. Anfang 1947 stieß Hans J. Reinowski als dritter Lizenzträger, Herausgeber und Chefredakteur hinzu. Diese beiden bauten die Tageszeitung auf, prägten und führten sie zum Erfolg. Neben Reinowski wurde Bach schon 1950 Mitgesellschafter. 1956 kam als zweites Produkt das „Rüsselsheimer Echo“ hinzu, später folgten „Heimatzeitung des Kreises Groß-Gerau“, „Odenwälder Heimatzeitung“ sowie „Südhessische Post“, die bis heute im Zentrum des Medienhauses Südhessen stehen und mehr als 380.000 Leser zwischen Rhein, Main, Neckar und bayerischer Landesgrenze erreichen. Von 1970 bis 1986 war Kurt W. Reinhold als Chefredakteur tätig, 1986 bis 2005 Roland Hof und seit 2005 Jörg Riebartsch.

Anfang 2002 erhielten alle Blätter ein neues Gesicht, drei von ihnen einen neuen Namen. Das Wort „Echo“ demonstriert nun auch im Titel die Zugehörigkeit zum Echo-Verbund. Am 02.01.2004 kam zu den fünf bekannten noch ein sechster Zeitungstitel, das „Ried Echo“, hinzu. Wie die Zahl der Zeitungen ist im Lauf der Jahrzehnte auch das Unternehmen gewachsen, das sich 1950 auf dem Gelände der ehemaligen Dragonerkaserne (Kasernen) in der Holzhofallee ansiedelte. Um den direkten Kontakt mit den Lesern zu erleichtern, unterhält das Medienhaus Redaktionen und Kundencenter am Darmstädter Luisenplatz, in Erbach, Heppenheim, Groß-Gerau und Rüsselsheim. Derzeit sind rund 2.400 Mitarbeiter, davon etwa 80 Redakteure im Darmstädter Echo beschäftigt. Seit Mitte 1999 gibt es das „Echo Online“. Das Medienhaus Südhessen wird in dritter Generation als Familienunternehmen geführt.

Lit.: Das "Darmstädter Echo" zur Lizenzzeit. In: Eva-Juliane Welsch: Die hessischen Lizenzträger und ihre Zeitungen, Dissertation Universität Dortmund 2002, S. 218-239.