Stadtlexikon Darmstadt

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Darmbach
Jugendgruppe an der Darmbachquelle am Oberjägermeisterteich, 1937/38, Foto: Ernst Luckow, Stadtarchiv Darmstadt

Der Darmbach nähert sich von seiner Quelle am Stellkopf, die oberhalb des Oberjägermeisterteichs gefasst ist – die heutige Fassung stammt von 1937 – durch die östlichen Waldbereiche der Stadt, speist die Fischteiche am Schnampelweg, fließt ab dem Vivarium durch ein Stück Wiesenlandschaft, durchquert den Botanischen Garten, durchfließt den Großen Woog und die Rudolf-Mueller-Anlage, verläuft dann unterirdisch und taucht im Westen der Stadt nach dem Durchfließen der Kläranlage wieder auf. Die Speisung der Darmbachquelle erfolgt über vier bis fünf so genannte Flächenquellen, aus deren Öffnungen das Oberflächenwasser der Umgebung austritt. Der heutige Darmbach hatte ursprünglich mehrere verschiedene Namen: Östlich des Botanischen Gartens hieß er „Blimbach“, weil er die heute nicht mehr bekannten Blimwiesen durchfloss. Zwischen Waldgrenze und Stadt hieß er „Soderbach“, weil er die Flur „Im Soder“ durchzog. Der heute als „Darmbach“ bezeichnete Abschnitt vom Botanischen Garten bis zur Rudolf-Mueller-Anlage ist eigentlich nur ein zur Anlage des Woogs vorgenommener Abstich. Innerhalb der Stadt nannte man ihn nur „Die Bach“ oder „Stadtbach“. Wann die Bezeichnung „Darmbach“ aufkam, ist nicht überliefert, frühestens jedoch im 18. Jahrhundert. Innerhalb der Stadt floss der Darmbach wahrscheinlich vorbei am (heutigen) Finanzamt zum Kleinen Woog (Woogsplatz), von dort durch die Bachgasse, an der Krone vorbei, durch den Schlossgraben, vorbei am Hessischen Landesmuseum, speiste den Herrngartenteich, floss durch die Pallaswiesen und weiter Richtung Ried. Im Stadtgebiet diente der Darmbach nicht nur als Frischwasserlieferant, sondern auch zur Entsorgung der Abwässer (Wasserversorgung). In alten Flurkarten wurde der damals offen fließende Bach aufgrund seiner Verschmutzung als „Schlimmer Graben“ bezeichnet und deshalb 1786 „unter steinernes Gewölb gelegt“. Damit verschwand er als durchgängiger Bachlauf aus dem Stadtbild. 1994 wurden die Darmbachauen, der obere Verlauf des Bachs samt angrenzender Feuchtwiesen und Auenwälder, unter Naturschutz gestellt. Die mit der Bewerbung der Stadt DA für die Landesgartenschau 2010 entstandenen Pläne für die Freilegung des Darmbachs zwischen Woog und Herrngarten und quer durch das ehemalige Eisenbahn-Ausbesserungswerk werden kontrovers diskutiert und haben bislang keine Umsetzung gefunden.