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Noack, Max
Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Schauspieler
* 24.01.1905 Berlin
13.05.1971 Darmstadt
Max Noack besuchte in seiner Heimatstadt das Realgymnasium und verfolgte nach dem Ersten Weltkrieg die Inszenierungen an den Berliner Theatern, insbesondere die Aufführungen der Max-Reinhardt-Bühne. Früh wurde hier sein Wunsch geweckt, Schauspieler zu werden. Erste Engagements führten Noack nach Bonn (1921-23), Oldenburg (1923/24), Godesberg (1924/25), Neuss (1925/26) und Bremen (1926-28). Der Durchbruch gelang ihm am Alten Theater in Leipzig, wo er von 1928 bis 1935 auf der Bühne stand. 1935 wechselte er an die Städtischen Bühnen Frankfurt am Main. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde Max Noack als unabkömmlich reklamiert, von September 1940 bis 1945 nahm er dann als Soldat und Mitglied einer Wehrbetreuungstruppe im Dienstrang eines Obergefreiten am Zweiten Weltkrieg teil, die meiste Zeit als Schauspieler an der Luftgaubühne Nord-West am Fliegerhorst Ludwigslust (Mecklenburg).

Nach Kriegsende geriet Noack für vier Monate in Kriegsgefangenschaft, während derer er – eigenen Aussagen zufolge – von seiner Entlassung aus städtischen Diensten erfuhr. Ab Herbst 1945 spielte er für einige Zeit am Theater in Essen. Hier gelang ihm der Durchbruch als Charakterdarsteller. Für seine beeindruckende Verkörperung der Titelrolle in Franz Werfels „Jakobowski und der Oberst“ wurde er von Kritik und Publikum gleichermaßen gefeiert. Nachdem er im Entnazifizierungsverfahren 1947 (am 1. Mai 1933 war er in Leipzig der NSDAP beigetreten) in die Kategorie 4 der „Mitläufer“ eingestuft worden war, kehrte Max Noack an die Städtischen Bühnen Frankfurt zurück. Neben seinem darstellerischen Wirken gab er Schauspielunterricht an der Frankfurter Hochschule für Musik und Theater und führte bei einzelnen Inszenierungen der Städtischen Bühnen Regie.

Im Herbst 1951 kam Max Noack schließlich nach DA, wo er über zwei Dekaden das Landestheater wie kaum ein anderer Darsteller prägen sollte. Intendant Gustav Rudolf Sellner hatte Noack als „1. Charakterspieler“ in sein Ensemble geholt, wie es in seinem Dienstvertrag hieß. Max Noack brillierte auf der Behelfsbühne in der Orangerie gleich in der ersten Inszenierung Sellners als König Lear im gleichnamigen Shakespeare-Stück. In den kommenden 20 Jahren verkörperte er Charaktere in vielen klassischen und modernen Aufführungen und prägte die Spielzeiten der Intendanten Sellner und Gerhard F. Hering maßgeblich. Der beim Publikum äußerst beliebte Schauspieler gilt als einer der prägenden Köpfe des Darmstädter Nachkriegstheaters. Georg Hensel bezeichnete ihn als „Zentrum des Ensembles“. Max Noacks Fokus als Schauspieler lag stets auf dem Theater, nur gelegentlich war er in Fernsehproduktionen zu sehen. Nach dem Tod seiner zweiten Frau, der Schauspielerin Ellen Daub (1965), verbrachte er die letzten Jahre seines Lebens gemeinsam mit Brigitta Lehmann-Keilich. Anlässlich seines 60. Geburtstags wurde er mit der Johann-Heinrich-Merck-Ehrung der Stadt DA ausgezeichnet. Max Noack starb nach schwerer Krankheit und wurde in einem Urnengrab auf dem Waldfriedhof mit seiner Frau beigesetzt, das heute städtisches Ehrengrab ist. Anlässlich seines 25. Todestages zeigte das Staatstheater DA 1996 eine Ausstellung mit Bühnenfotos des Schauspielers.

Lit.: Darmstädter Ehrengräber, Darmstadt 2016 (Darmstädter Schriften 105), S. 164-166.