Stadtlexikon Darmstadt

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Müller, Hermann
Zeichnung, Stadtarchiv Darmstadt

Architekt, Maler, Zeichner
* 07.05.1841 Darmstadt
† 07.06.1934 Darmstadt
Hermann Müller studierte nach seiner Reifeprüfung an der Berliner Bauakademie und an der Universität Gießen Architektur und legte nach der bereits 1864 bestandenen Fakultätsprüfung 1867 die Staatsprüfung im Baufach ab. Anschließend folgte ein längerer Aufenthalt in Paris, da er die Planung der hessischen und badischen Abteilung für die Weltausstellung 1867 bearbeitet hatte. Nach seiner Rückkehr übernahm Müller 1868 eine Lehrstelle an der Kunstindustrieschule in Offenbach. Ab 1872 war er als Architekt bei der Süddeutschen Immobiliengesellschaft tätig, bis er 1876 an die Landesbaugewerkschule in DA (Ingenieurschule für Bauwesen) wechselte. Hier wurde er 1877 zum Professor ernannt. Während seiner Lehrtätigkeit entstand in DA nach seinen Plänen u. a. die Kunsthalle am Steubenplatz.
Neben seinem Brotberuf war Müller auch als Maler und Zeichner tätig. Schon während seiner Schulzeit erhielt er zusammen mit Eugen Bracht und Philipp Röth Zeichenunterricht bei dem Landschaftsmaler August Lucas. Neben Buchillustrationen entstanden Ansichten der Altstadt und Karikaturen Darmstädter Originale, die seit 1903 im „Darmstädter Skizzenbuch“ herausgegeben wurden. Mit den Bilderbogen „Die Zündnadeln“ wurde Müller zeitweise über DAs Grenzen hinaus bekannt. Die pointierten, karikaturistischen Zeichnungen zum Zeitgeschehen des deutsch-französischen Kriegs 1870/71 fanden weite Verbreitungen und wurden sogar in einer Besprechung der Londoner „Times“ als außerordentlich treffend gewürdigt. Eine Sammlung zahlreicher Zeichnungen und Entwürfe, darunter eine isometrische Darstellung des Bebauungsplans des Blumenthalviertels (Johannesviertel), befindet sich im Stadtarchiv Darmstadt.

Lit.: Esselborn, Karl: Hessische Lebensläufe, Darmstadt 1979, S. 295-301.