Stadtlexikon Darmstadt

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Müller, Johann Helfrich von

Obrist, Oberbaudirektor
* 16.01.1746 Cleve
† 12.06.1830 Darmstadt
Johann Helfrich von Müller lebte ab 1753 in DA und besuchte das Pädagog, bekam Privatunterricht in Sprachen und im Zeichnen, wurde 1762 Kadett bei der Artillerie in Gießen, studierte dort an der Universität Mathematik und Physik, unternahm ein Selbststudium in Baukunst und bildete sich zum Ingenieur. 1772 reiste er im Gefolge des Prinzen Georg Wilhelm nach Paris, wo er architektonische Zeichnungen anfertigte. Ab 1775 beschäftigte er sich mit einigen Erfindungen wie Brennspiegel, Luftpumpe, Luftpistole, Sonnenuhr, Barometer und Entfernungsmesser. 1782 kam er aus seiner beruflichen Tätigkeit auf die Erfindung einer Rechenmaschine. 1784 war diese 14-stellige Rechenmaschine für alle 4 Rechenarten fertig gestellt. Ein Verkauf durch Georg Christoph Lichtenberg kam nicht zustande. 1787 übernahm sie Erbprinz Ludwig X., der spätere Großherzog Ludewig I. für 4.000 Gulden und überließ sie Müller zur Nutzung, der forstwirtschaftliche Rechentafeln mit der Maschine erstellte, die 1788 veröffentlicht wurden. Am 23. Juni 1810 wurde er vom Großherzog für seine Leistungen geadelt. Die Maschine ist bis heute voll funktionsfähig und befindet sich im Hessischen Landesmuseum. Als Hofbaudirektor leitete Müller 1790 bis 1792 den Bau des Fürstenlagers. Auch der Darmstädter Marktbrunnen stammt von ihm.

Lit.: Diehl, Wilhelm: Lebensbeschreibung des Obristen und Oberbaudirektors, auch Direktors des Oberbaukollegs Johann Helfrich von Müller. In: Hessische Chronik, Bd.  17., 1930, S. 1-21; Haupt, Georg: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Darmstadt, 2 Bde., Darmstadt 1952-54, S. 23. Bülow, Ralf, „Müller, Johann Helfrich von Müller“, in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 313-314 [Onlinefassung]; URL: www.deutsche-biographie.de/pnd104158506.html