Stadtlexikon Darmstadt

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Keil, Herman

Maler, Grafiker, Architekt
* 13.01.1889 Darmstadt
† 21.08.1964 Karlsruhe
Nach dem Abitur 1907 in Mainz, besuchte Hermann Keil die Malschule von Adolf Beyer in DA. Von 1909 bis 1912 studierte er in München Kunstgeschichte, Archäologie, Philosophie und Sprachen und schloss 1912 sein Studium im Fach Kunstgeschichte mit einer Dissertation über Ornamentik des 18. Jahrhunderts ab. Parallel besuchte er die Malschulen von Richard Exter und Ludwig Jungnickel in Frankfurt/Main. Im Anschluss an sein Studium erhielt er eine Assistentenstelle am kunstwissenschaftlichen Institut der Universität Gießen. Nach einem längeren Aufenthalt in Paris 1913/14 wurde er zum Militärdienst eingezogen. 1919 kam Keil in Kontakt zum Kreis um die Dachstube, wurde Mitarbeiter und gehörte zu den Mitbegründern der Darmstädter Sezession. Von 1919 bis 1924 wohnte Keil im Ettal/Oberbayern und war als Maler, Zeichner und Buchillustrator tätig. Ab 1924 lebte er wieder in Frankfurt. Er unternahm längere Studienreisen und war in dieser Zeit publizistisch tätig. Von 1932 bis 1935 hielt sich Keil als Architekt und Gartenarchitekt in Paris und Tours auf, wo er auch Ausstellungen bestückte. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland erwarb er seinen Lebensunterhalt u. a. durch Bauaufträge und lehrte von 1942 bis 1944 am Staatstechnikum in Karlsruhe. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Keil bis 1948 als Lehrer an der Werkkunstschule in DA, danach an der Kunstakademie in Karlsruhe tätig und hielt dort kunstgeschichtliche Vorlesungen. 1953 wurde er zum Professor ernannt. Für den ersten Jahrgang des „Tribunals“ war er mit seinen „Graphischen Manifesten“ der wichtigste Illustrator. In seinen stark expressionistischen Holzschnitten nahm er zu den politischen Themen seiner Zeit Stellung und prägte damit wesentlich den Darmstädter Spätexpressionismus mit. Neben zwei Heften der „Kleinen Republik“ illustrierte Keil Kasimir Edschmids „Rede an einen Dichter“ und gab das originalgrafische Mappenwerk „Eros“ heraus.