Stadtlexikon Darmstadt

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Kahn, Jakob

Maler, Grafiker
* 05.12.1899 Darmstadt
22.06.1923 Darmstadt
Jakob Kahn wurde als Sohn des Eisenhändlers Adolf Kahn in der Schloßgartenstraße geboren. Als Mitschüler des Dachstuben-Gründers Joseph Würth, gehörte er von Anfang an zum Dachstubenkreis und zur Darmstädter Sezession. Über seinen Ausbildungsweg ist kaum etwas bekannt. Mit 17 Jahren entschloss er sich Maler zu werden. Kahn verband eine intensive Freundschaft mit dem Maler Carl Gunschmann, in dessen Atelier in der Rheinstraße er zeitweilig arbeitete. Er war stark beeinflusst von den französischen Impressionisten, malte aber mit den Ausdrucksmitteln seiner Zeit. Im kubischen Expressionismus legte er seine gedämpfte Farbigkeit flächig an. Sein eigentlicher und eigenständiger Beitrag zur Darmstädter Kunst um 1920 ist die Auseinandersetzung mit der Stadt-Thematik. Angeregt durch die Großstadtlyrik eines Georg Heym und Ernst Stadler und die gesellschaftlich-politische Situation seiner Zeit, gestaltete er, neben Porträts und Stillleben, vor allem Industrie-Landschaften. 1923 illustrierte er den Gedichtband „Bacchanal“ des mit 16 Jahren aus dem Leben geschiedenen Ernst Müller: sechs Lithographien mit Stadt-Impressionen aus DA. Postum, 1923, erschien sein lithografiertes Selbstporträt innerhalb der ersten und einzigen Mappe der
Darmstädter Sezession. Jakob Kahn wurde auf dem Jüdischen Friedhof in DA beigesetzt. Nach seinem Tod richtete die Sezession ihm 1924 eine Gedenkausstellung ein.