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Jobst-Brunnen
Foto: Roland Koch, Stadtarchiv Darmstadt

Der Jugendstil-Brunnen ist heute auf dem Gelände der alten Hauptverwaltung der Südhessischen Gas und Wasser AG (Entega) in der Frankfurter Straße aufgestellt. Entworfen wurde er von Heinrich Jobst für die Großherzogliche Keramische Manufaktur nach einer Italienreise im Jahr 1907. Das Ensemble besteht aus einer 4 Meter breiten Brunnenschale, in deren Mitte ein gedrungener, ornamentverzierter Keramiksockel mit durchbrochener Wandung steht. Der Sockel trägt ein bauchförmiges Terrakotta-Element, aus dem vier maskenartige Köpfe herausgearbeitet sind. Aus ihren Mündern fließt das Wasser in die Brunnenschale. Den Abschluss bildet ein terrassierter Aufbau, jede Ebene wird am Rand von kleinen Torbögen durchbrochen. Obenauf kniet dann die eigentliche Brunnenfigur, eine Nymphe. Sie reitet einen Delfin, dessen Schwanzflosse sie locker über ihren Rücken wirft. Der Brunnen wurde in zweifacher Ausfertigung hergestellt, ein Exemplar im Schmuckhof der Kuranlage von Bad Nauheim aufgestellt, das andere im Vorgarten der Großherzoglichen Keramischen Manufaktur in der Noackstrasse, bis die Porzellansammlung den Brunnen übernahm. Von ihr erwarb die Südhessische Gas und Wasser AG 1975 den Brunnen, jedoch ohne Brunnenschale, die als Blumenschale im Hof der Noackstraße stehen blieb. 1992 wurde ein Abdruck der wellenförmigen Terrakotta-Umrandung aus Bad Nauheim angefertigt und das Ensemble damit originalgetreu wiederhergestellt.

Lit.: Kunst im öffentlichen Raum in Darmstadt 1641-1994. Hrsg. von Roland Dotzert und Klaus Wolbert. Bearb. von Emmy Hoch, Darmstadt 1994, S. 66f.