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Jochem, Friedrich Wilhelm

Architekt, Kunstgewerbler
* 15.09.1881 Weisenau bei Mainz
† 23.01.1945 Langen
Nach dem Besuch der Mainzer Kunstgewerbeschule wurde Friedrich Wilhelm Jochem am 01.11.1899 als Meisterschüler von Joseph Maria Olbrich nach DA berufen. Er war bis zum 01.06.1903 für Olbrich tätig und trug maßgeblich zur Vorbereitung der Ausstellung „Ein Dokument Deutscher Kunst“ (1901) bei. Dann ließ er sich als Architekt in Mainz nieder. 1906 arbeitete Jochem für den Dresdner Architekten Wilhelm Kreis, 1906 bis 1912 war er als Lehrer an der Kieler Handwerker- und Kunstgewerbeschule tätig. Der Badischen Kunstgewerbeschule Pforzheim stand er 1912 bis 1922 als Direktor vor, seit 1922 leitete er die Handwerker- und Kunstgewerbeschule Hannover. Nach der vorzeitigen Pensionierung 1937 wurde er nach Ankara berufen, lehnte aber ab und zog sich 1938 nach Langen zurück, wodurch er sich seiner ersten Wirkungs- und wichtigsten Lehrstätte DA wieder näherte. Künstlerische Schwerpunkte lagen zunächst auf der Weiterentwicklung des mittelständischen Bürgerhauses (Musterbauten) und später, neben der Lehre, auf der Planung von Inneneinrichtungen u. a. für Ausstellungs- und Gewerbezwecke. Er war aktives Mitglied des Deutschen Werkbundes. Sein künstlerischer und biografischer Nachlass befindet sich im Kunst Archiv DA.

Lit.: Ludwig, Heidrun: Der Architekt Friedrich Wilhelm Jochem (1881-1945), Olbrichs Meisterschüler, Katalog, Darmstadt 1999.