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Ingenieurschule für Maschinenwesen

Keimzelle der Ingenieurschule für Maschinenwesen war die 1892 gegründete, unter der Trägerschaft des Gewerbevereins stehende erweiterte Handwerkerschule, die 1898 in eine „Städtische Gewerbeschule“ umgewandelt wurde. Die Schule hatte eine Abteilung für Bauhandwerker und eine für Maschinenbau. Diese Abteilung wurde 1919 als „Städtische Maschinenbauschule“ nach dem Muster der preußischen Maschinenbauschulen ausgegliedert und 1925 zur Höheren Maschinenbauschule ausgebaut und verselbstständigt, gleichzeitig die Ausbildung von vier auf fünf Semester verlängert. Ab Mai 1934 firmierte die Maschinenbauschule als „Höhere Technische Lehranstalt für Maschinenwesen“. Gleichzeitig ermöglichte man aufgrund des großen Bedarfs an Maschinenbauern die Studienaufnahme nicht nur wie bisher im Winter, sondern auch im Sommer. 1939 wurde die Schule erneut in „Städtische Ingenieurschule Darmstadt“ umbenannt. Untergebracht war sie seit 1923 im früheren Gebäude der Bank für Handel und Industrie am Steubenplatz (Banken). 1943 wurde die Schule geschlossen, das Schulgebäude 1944 schwer beschädigt. Nach Kriegsende erweiterte man die nachmalige Ingenieurschule für Maschinenwesen auch um eine Abteilung für Elektrotechniker. Im April 1948 konnten nach erfolgreicher Prüfung die ersten Elektroingenieure die Schule verlassen. Mit der Einführung des sechssemestrigen Studiums 1955 erweiterte man das Lehrangebot um die Fachgebiete Elektrische Energietechnik und Nachrichtentechnik. Anfang der 1960er Jahre folgte die Automatisierungstechnik. Außerdem wurde im Juli 1951 eine Lehrwerkstätte für die Verarbeitung thermoplastischer Kunststoffe eröffnet, die 1959 in die Gründung einer Fachabteilung für Kunststofftechnik mündete, an der man seit 1966 den Ingenieurgrad für Kunststofftechnik erlangen konnte. Wie die anderen Ingenieurschulen wurde auch die Ingenieurschule für Maschinenwesen 1958 in staatliche Trägerschaft übernommen. Nach der Teilzerstörung des Schulgebäudes musste die stark zunehmende Zahl der Studierenden (1957: 315, 1965: 490) in sehr beengten Verhältnissen, verteilt auf mehrere Standorte, untergebracht werden. 1965 konnte die Ingenieurschule für Maschinenwesen in den 15-geschossigen Neubau im neuen Fachschulzentrum auf dem Exerzierplatz (Schöfferstraße) einziehen, das damals höchste Haus DAs. Das große Wandrelief in der Eingangshalle des Hochhauses stammt von dem Bildhauer Gotthelf Schlotter. Im August 1971 ging die Ingenieurschule für Maschinenwesen in den Fachbereichen Maschinenbau, Elektrotechnik und Kunststofftechnik der Fachhochschule (Hochschule DA) auf. Die Ingenieurvereinigung Darmstadt als Verein der ehemaligen Absolventen hält die Erinnerung an die Ingenieurschule für Maschinenwesen bis heute aufrecht.