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Wolff, Kurt

Verleger
* 03.03.1887 Bonn
† 21.10.1963 Ludwigsburg
Kurt Wolff war einer der wichtigsten Verleger des 20. Jahrhunderts. Er verstand sich vor allem als Mittler zwischen Autor und Publikum und spürte mit untrüglichem Instinkt die bedeutendsten literarischen Begabungen des expressionistischen Jahrzehnts auf. Seine Lebenswege kreuzten mehrfach DA. Während des Studiums in Bonn und Marburg gehörte er 1906/07 als Einjährig-Freiwilliger dem Großherzoglich-Hessischen Feldartillerie-Regiment in DA an. In dieser Zeit begegnete er Friedrich Gundolf und Stefan George. In seinem ersten großen literaturwissenschaftlichen Projekt erarbeitete Wolff eine Werkausgabe Johann Heinrich Mercks, die 1909 erschien. Im gleichen Jahr heiratete er in DA Elisabeth Merck. Nach kurzer gemeinsamer Verlagstätigkeit mit Ernst Rowohlt gründete er 1913 einen eigenen Verlag, dessen Schwerpunkt vor allem mit der Reihe „Der jüngste Tag“ auf der zeitgenössischen Literatur des Expressionismus lag. 1916 wurde Wolff durch Großherzog Ernst Ludwig vom Militärdienst befreit. Während dieser Zeit, in der er seine umfangreichen Verlagsgeschäfte weiterführen konnte, übernahm er auch die Leitung der Ernst Ludwig-Presse in DA. 1933 verließ er über London, Nizza, Florenz und Paris Deutschland und lebte seit 1941 in Amerika. Zu den von Wolff entdeckten, geförderten und betreuten Schriftstellern, Dichtern und Künstlern gehörten Franz Kafka, Kurt Pinthus, Franz Werfel. Georg Heym, Georg Trakl, Else Lasker-Schüler, Karl Kraus, Carl Sternheim, Max Brod, René Schickele, Ernst Ludwig Kirchner, Oskar Kokoschka, Frans Masereel und der Darmstädter Schriftsteller Kasimir Edschmid.

Lit.: Göbel, Wolfram: Der Kurt Wolff Verlag 1913-1930. Expressionismus als verlegerische Aufgabe, Frankfurt/Main 1977; Weidle, Barbara: Kurt Wolff. Ein Literat und Gentleman, Bonn 2007.