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Vietta, Egon

(eig. Karl Egon Fritz)
Schriftsteller, Kritiker
* 11.11.1903 Brühl/Rhein-Neckar-Kreis
† 29.11.1959 Baden Baden
Nach der Schulzeit (u. a. Ludwig-Georgs-Gymnasium in DA) studierte Egon Vietta Jura und wurde Regierungsrat im badischen Staatsdienst. Zugleich war er literarisch tätig und veröffentlichte 1929 seinen ersten Roman „Der Engel im Diesseits“, der 1933 verboten wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Vietta als Pressereferent und seit 1948 als freier Schriftsteller und Kritiker, war von 1952 bis 1955 Dramaturg und Künstlerischer Beirat bei Gustav Rudolf Sellner am Darmstädter Theater und redigierte die Theaterzeitschrift „Das neue Forum“. Das Theater war für ihn von zentraler Bedeutung, er vertrat die Vorstellung von einem experimentell-avantgardistischen Theater (mit Rückzug in die „Katakomben“) – so auch beim Darmstädter Gespräch „Theater“ 1955, dessen Protokolle er herausgab. Vietta veröffentlichte zahlreiche Artikel und Essays zu Philosophie und Literatur, Theater und bildender Kunst, Tanz und Musik, schrieb mehrere Dramen und Romane und führte einen ausgedehnten Briefwechsel mit vielen Persönlichkeiten des kulturellen Lebens. Sein umfangreicher Nachlass (über 30.000 Seiten) – Thema einer Wiener Dissertation 1969 von Manfred Ohl – wird für das Marbacher Literaturarchiv vorbereitet. Seine Grabstätte befindet sich in DA auf dem Alten Friedhof.

Lit.: Ohl, Manfred: Egon Vietta – seine Denk- und Erfahrungswelt als ontologische Vorstellung von Theater im 20. Jahrhundert. Eine Bearbeitung seines Nachlasses, Wien 1969; Vietta, Rainer: Egon Vietta. 1. Teil Biographie, Darmstadt 2011; 2. Teil Werk und Tätigkeiten, Darmstadt 2014.