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Schmidt, Adolf
Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Bibliotheksdirektor
* 27.12.1857 Darmstadt
† 27.10.1935 Darmstadt
Nach Schulausbildung und Abitur am Darmstädter Gymnasium studierte Adolf Schmidt ab 1876 in Gießen und Straßburg Germanistik und Romanistik und promovierte 1880. Seit Mai 1881 war er als Akzessist bei der Großherzoglichen Hofbibliothek in DA beschäftigt, wurde 1886 als Bibliothekssekretär angestellt, 1895 zum Hofbibliothekar ernannt und trat am 06.07.1904 die Nachfolge des verstorbenen Bibliotheksdirektors Gustav Nick an. Schmidt bekleidete dieses Amt bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand am 31.12.1923. Sein größtes Ziel, ein adäquater Neubau für die Bibliothek, blieb ihm allerdings versagt. Ein bereits fertig geplanter Bau am Paradeplatz (Friedensplatz), im rechten Winkel zum Hessischen Landesmuseum, wurde aus Ersparnisgründen nicht ausgeführt, einen weiteren Plan, Bibliothek und
Hessisches Staatsarchiv im Gebäude des Ludwigsbahnhofs am Steubenplatz unterzubringen, vereitelte der Beginn des Ersten Weltkriegs. Stattdessen konnte die nunmehrige Landesbibliothek (Universitäts- und Landesbibliothek) 1932, im Jahr von Schmidts 75. Geburtstag, ihre bis 2012 genutzten Räume im Schloss beziehen. Mehr Erfolg als mit dem Bibliotheksbau war Schmidt mit der Neuverzeichnung der älteren Bestände beschieden. Vor allem den Sammlungen der Inkunabeln und der Handschriften galt seine Aufmerksamkeit. Aus diesen Tätigkeiten gingen zwei für die Erforschung der Bibliotheksgeschichte bedeutsame Werke hervor: die „Bucheinbände aus dem 14. bis 19. Jahrhundert in der Landesbibliothek zu Darmstadt“ (1921) und „Baron Hüpsch und sein Kabinett. Ein Beitrag zur Geschichte der Hofbibliothek und des Museums zu Darmstadt“ (1906). Aus dem Rahmen dieser wissenschaftlichen Tätigkeiten fällt die von Schmidt angelegte, vermutlich nur fragmentarisch erhaltene Sammlung zur Geschichte des Ersten Weltkriegs. Adolf Schmidt war seit 1904 Mitglied der preußischen Kommission zur Herausgabe eines Gesamtkatalogs der Wiegendrucke und seit 1913 Mitglied des Verwaltungsausschusses der Deutschen Bücherei in Leipzig.