Stadtlexikon Darmstadt

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Müller, Adolf

Lehrer, Stadtarchivar
* 19.03.1890 Offenbach
† 25.01.1956 Darmstadt
Adolf Müllers beruflicher Aufstieg begann zunächst als Volksschullehrer. Nach dem Kriegsdienst wurde er 1919 noch einmal Lehrer, studierte aber nebenher noch Geschichte und Literaturgeschichte in Frankfurt/Main. 1925 schloss er sein Zweitstudium mit der Promotion ab und übernahm im gleichen Jahr die Stelle eines nebenamtlichen, ab 1929 die eines hauptamtlichen Archivars im neu geschaffenen Darmstädter Stadtarchiv. Ihm unterstand auch die Leitung des damaligen Stadtmuseums und seit 1934 die der Stadtbücherei (Stadtbibliothek). Zum 600-jährigen Stadtjubiläum DAs erschien 1930, nach mehrjähriger Vorbereitung, seine Stadtgeschichte „Aus Darmstadts Vergangenheit“. Obwohl aus Zeitgründen lückenhaft und ohne Fußnoten und Quellenangaben – eine wissenschaftliche Stadtgeschichte sollte folgen – wurde das Buch für rund 50 Jahre zum Standardwerk. Nach der Zerstörung DAs 1944 zog Müller nach Neutsch, anschließend nach München, und kehrte 1950 nach DA zurück. Seine Mitgliedschaft in der NSDAP seit 1933 und sein 1937 erschienenes Buch „Zur Geschichte der Judenfrage“ führten 1945 zu seiner Entlassung aus dem Dienst der Stadt, gegen die er zweimal vergeblich prozessierte. Die Zentral-Spruchkammer Frankfurt stufte ihn 1950 letztlich als Aktivisten ein.